Helmut Barthel MdL
Helmut Barthel
SPD
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Frage an Helmut Barthel von Uwe P. bezüglich Bildung und Erziehung

Wie haben Sie sich für Kreativität und innovative Projekte an unseren Schulen eingesetzt?
Wie stellen Sie sich wirksame Medienbildung vor?
Werden Sie sich wie für Gewaltprävention engagieren -> Mobbing, Bossing, Stuffing ?

Welche Veränderungen werden Sie in den Kontexten Schulaufsicht, „Testeritis“, Schulvisitation, …, Schulrecht, sogenannte überregionale Rechtsangelegenheiten
bis hin zu Zweigstellen der Schulämter und ggf. des LISUM politisch auf den Weg bringen?

Frage von Uwe P. am
Helmut Barthel MdL
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 15 Stunden

Sehr geehrter Herr P.,

haben Sie vielen Dank für Ihre Fragen. Ich stehe mit den Schulen in meinem Wahlkreis im engen Kontakt. So habe ich mich zum Beispiel dafür eingesetzt, dass die Otfried-Preußler-Schule Großbeeren am Modellvorhaben „medienfit“ teilnimmt. Bildungsministerin Britta Ernst hat Ende 2018 der Gemeinde Großbeeren die entsprechenden Fördermittel übergeben. Im Rahmen von „medienfit“ können Zuwendungen gewährt werden für erforderliche Umbaumaßnahmen und Ausstattungsinvestitionen, die der Unterstützung der Medienbildung an Schulen dienen. Hierzu gehören insbesondere die Einrichtung einer (W-)LAN-Infrastruktur, die Anschaffung mobiler Endgeräte (Tablets, Notebooks) zur schulischen Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler, interaktiver Tafeln, von Videoprojektoren sowie Film- und Fotokameras. An den Landesprogrammen „medienfit_Grundschule“ (2016-2019) und „medienfit_sek I“ (2018-2020) nehmen mittlerweile insgesamt 92 Schulen teil.

Wir als SPD wollen unsere Schulen für das digitale Zeitalter aufstellen. Das Lernen mit digitalen Medien schreitet weiter voran. Es ist wichtig, die entsprechenden Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln. Dafür müssen wir die Lehrkräfte weiterbilden sowie die technische
Ausstattung und Anwendungen bereitstellen. Wir wollen alle Schulen mit moderner und smarter Technik für die Schülerinnen
und Schüler ausrüsten.

Das Marie-Curie-Gymnasium in Ludwigsfelde war die erste Schule im Land Brandenburg, die eine neue "Schul-Cloud" getestet hat. Diesen Prozess habe ich als Sprecher für Wirtschaft und Digitales der SPD-Landtagsfraktion von Anfang an eng begleitet. Mit Hilfe der "Schul-Cloud" können Schüler und Lehrer von überall auf Lernmaterial zugreifen. Unterrichtsmaterialien liegen in der Cloud, die Daten sind also virtuell gespeichert. Schüler greifen von ihrem Platz aus auf Lehrbücher, Videos und Tools zu und können die Schulbücher digital aufrufen. Mittlerweile nehmen an der zweijährigen Testphase des Pilotprojekts "Schul-Cloud" über 50 Schulen des Landes teil. Die schrittweise Inbetriebnahme der Cloud ist bis zum Schuljahr 2021/22 angestrebt. Die "Schul-Cloud" ist ein gemeinsames Projekt des Brandenburger Bildungsministeriums, der Digitalagentur Brandenburg (DABB), des Hasso-Plattner-Instituts und des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM).

Mobbing ist ein nicht hinnehmbarer Angriff auf das soziale Ansehen und die seelische Gesundheit, egal ob in der realen oder in der digitalen Welt. Der Rahmenlehrplan für die Schulen des Landes sieht die Unterrichtung eines Themenschwerpunkts „Gewaltprävention“ im Rahmen der fächerübergreifenden Kompetenzentwicklung vor. Damit ist Gewaltprävention Bestandteil des Schulunterrichts. Die Anti-Mobbing-Fibel Berlin Brandenburg bietet darüber hinaus umfangreiche Hilfestellungen. Sie empfiehlt Methoden und Strategien gegen Mobbing und Cyber-Mobbing, beschreibt präventive Wege, und präsentiert Kontakte für die Fortbildung und Beratung in Berlin und Brandenburg. Zudem existiert in Brandenburg ein sogenanntes Mobbing-Barometer für Schulen. Hier kann man sehen, wie es an einzelnen Schulen um das Thema (Cyber-)Mobbing bestellt ist.

Anstatt immer neue Reformen zu fordern, treten wir als SPD für Schulfrieden in unserem Land ein. Brandenburg besitzt ein klar strukturiertes, verlässliches, vielfältiges und durchlässiges Schulsystem. Deshalb wollen wir auf grundlegende Strukturveränderungen verzichten.

Schulvisitationen stellen sicher, dass die Standards von Schulqualität im gesamten Land gewahrt werden und keine Schule zurückgelassen wird. Sie sind seit dem Schuljahr 2018/19 neu organisiert. Früher wurden formal alle Schulen des Landes in einem Zeitraum von etwa fünf Jahren erneut besucht. Nun werden die zu prüfenden Schulen nach fachlicher Dringlichkeit festgelegt. Die Entscheidung darüber wird nach einem Lageeinschätzungsgespräch von Schulleitung, Schulaufsicht und Schulvisitation festgelegt. Neu ist auch, dass die Schulaufsicht eine Schulvisitation anfordern kann, wenn kurzfristig eine Gesamteinschätzung zur Schul- und Unterrichtsqualität aus externer Sicht erforderlich ist. Mit der Neuregelung kann adäquater auf schulische Bedingungen und Bedürfnisse eingegangen werden. Zudem können die zur Verfügung stehenden Ressourcen zielgenauer eingesetzt werden.

Das Bildungsministerium richtet in Angermünde eine Außenstelle des staatlichen Schulamts Frankfurt (Oder) mit fünf Schulräten und drei Sachbearbeitern ein. Damit wird der Standort Angermünde gestärkt, der die Betreuung der Grund- und Förderschulen und der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen in der Uckermark und im Barnim übernimmt. Die Einrichtung weiterer Außenstellen der staatlichen Schulämter oder des LISUM sind derzeit nicht geplant.

Ich hoffe, ich konnte die Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Helmut Barthel

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