Gyde Jensen
FDP

Frage an Gyde Jensen von Ensnry Fpuhfgre bezüglich Gesellschaftspolitik, soziale Gruppen

06. April 2019 - 07:08

Sehr geehrte Frau Jensen,

die Ausführungen unter https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/gyde-jensen/question/2019-04-04/312769 wären geradezu ein Paradebeispiel für die Folgen einer von strengsten gesetzlichen Vorgaben, sogenannten Freiheitsrechten, befreiten und entfesselten Transplantationsindustrie. Sie nimmt sich, was sie braucht.

Deutsche Bürger sind in medizinischer Hinsicht frei was Operationen betrifft. Das Mekka für Transplantationen dürften aber die USA sein.
Wer als Uigure in China mehr als zwei Messer hat, bekommt Besuch von der Polizei https://www.welt.de/reise/Fern/article189532947/Couchsurfing-in-China-Der-Hund-war-leider-schon-im-Wok.html. Was dann passiert?
Ob Personen gegen deren Willen Organe entnommen werden ist fraglich, denn China zählt neben den USA und Großbritannien zu den wichtigsten Handelspartnern Bayerns. https://www.sueddeutsche.de/bayern/minister-reist-nach-asien-milliardenmarkt-1.3945112

Björn Nashan engagierte sich in der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), bei der Organ-Verteilungsstelle Eurotransplant und in der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer. 2017 wurde er beauftragt, ein Transplantationszentrum in China aufzubauen.
Er sagt, Menschen, die sich sozial engagieren, erhalten Urkunden oder Verdienstkreuze. Organspender, also Mitbürger, die im Tod Leben gespendet haben, werden hingegen nicht geehrt. Er spricht sich auch für eine Senkung der Hürden für die Organentnahme aus, nämlich dem Herztodkriterium. Die chinesische Organspende war völlig unreguliert und basierte fast ausschließlich auf der Rekrutierung von Organen von Strafgefangenen nach Hinrichtungen, und diese Organe wurden dann auch Ausländern transplantiert.
Weiterhin sagt er, "Wir Deutschen könnten von China sogar lernen" https://www.welt.de/gesundheit/article179128736/Organspende-Was-China-bei-den-Transplantationen-besser-macht.html .

Teilen Sie die Bewertung von Herrn Nashan zur Organentnahme?

Frage von Ensnry Fpuhfgre
Antwort von Gyde Jensen
16. September 2019 - 07:36
Zeit bis zur Antwort: 5 Monate 1 Woche

Sehr geehrter Herr Schuster,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich, wie auch die Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag, nehmen als Kriterium für die Annahme des Todes den Hirntod an. Der Tod ist Voraussetzung für die legale Entnahme von Organen. Es gibt für uns keinen Anlass, an diesem Verständnis des Todeszeitpunkts zu rütteln.

Über die Kriterien der Organentnahme sollte eine öffentliche Diskussion stattfinden. Wichtig ist jedoch, dass die freie Entscheidung des Patienten an oberster Stelle steht. In diese Richtung geht auch die Positionierung unserer gesundheitspolitischen Sprecherin, Christine Aschenberg-Dugnus, deren Einschätzung die große Mehrheit der Fraktion der Freien Demokraten im Deutschen Bundestag gefolgt ist (https://www.fdpbt.de/pressemitteilung/112528).

Mit freundlichen Grüßen

Gyde Jensen