Titelmühle statt Intellekt, Kompetenz-Training statt Bildung, Anpassung statt Individualismus, Bologna statt Humboldt: Wie will die AfD das deutsche Geistesleben wiederbeleben?
Sehr geehrter Herr Frömming,
Arbeit ist das Fundament unseres Wohlstandes und tief im bundesrepublikanischen Selbstverständnis verankert. Anders verhält es sich bei der Bildung: Weil sie praktisch jedem frei zugänglich ist, genießt sie oft zu wenig gesellschaftliches Ansehen. Gerade jetzt, wo Wirtschaftsverbände beklagen, deutsche Arbeitnehmer seien bis zu 30 % zu teuer und arbeiteten zu wenig, gewinnt Bildung eine völlig neue Relevanz. Wenn wir im globalen Wettbewerb nicht mehr über Lohnkosten oder Arbeitsquantität konkurrieren können, müssen wir es über die Qualität tun. Die Antwort auf die Krise der Wettbewerbsfähigkeit liegt nicht in Reallohnsenkungen, sondern in maximaler Innovationskraft. Bildung verdient daher mehr gesellschaftliche Wertschätzung und politische Priorität. Sie ist der Hebel, um den Wert jeder Arbeitsstunde zu sichern. Wie setzen Sie sich im Bundestag dafür ein, Bildung wieder zu unserem wichtigsten Statussymbol zu machen?
Mit freundlichen Grüßen
Ute G.

