Portrait von Fritz Schmalzbauer
Fritz Schmalzbauer
DIE LINKE
Zum Profil
Frage stellen
Die Frage-Funktion ist deaktiviert, weil Fritz Schmalzbauer zur Zeit keine aktive Kandidatur hat.

Frage an Fritz Schmalzbauer von Adelbert R. bezüglich Innere Sicherheit

Sehr geehrter Herr Schmalzbauer,

kann es sein, dass diesen Leuten, wie z.B. diesem Herrn Baumgärtl, der CSU und deren Anhängern, nichts mehr anderes als der DDR Kommunismus, oder überhaupt Kommunismus einfällt, um eventuell die potentiellen Wähler der LINKEN in deren legitimen Wahlentscheidungsfindung zu beeinflussen, und dies noch so kurz vor der Bayernwahl?
Es stellt sich die Frage, wer in Deutschland das größte Interesse an einem funktionierenden und Leistungsstarken Sozialstaat haben sollte. Sind das die Einkommensschwachen, oder sind das diese Leute, die bei uns Besitz und Eigentum haben? Ich habe dies, und habe erkannt, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Eines ist ganz eindeutig, was nutzt der schönste Eigentum, wenn man, wie in Südafrika drei Meter hohe Mauern mit Elektrozaun und 24 Stunden Bewachung für das Haus haben muß. Dies wird sehr viel kosten, aber v.a. büßen diese Leute erheblich an Lebensqualität ein. Die Menschen können sich für den Sozialstaat entscheiden, oder für letzteres. M.E. Ist der Sozialstaat der humanistischere und kostengünstigste Weg.
Die CDU/CSU/SPD/GRÜNE/FDP haben diesbezüglich versagt, unter diesen Parteien werden sich die Gegensätze in D noch mehr verschärfen.
Der Linken geht es nicht um VEBs, und die Verstaatlichung von dem Bäckerbetrieb um die Ecke, sondern um Rekommunalisierung im Energiesektor - sprich Stromerzeugung/Wasser/Abwasser/Öff. Nah-, u.Fernverkehr (Land/Bund), Müllentsorgung (Kommunal), Kliniken (Ländersache). Diese müssen unbedingt unter demokratischer Kontrolle bleiben und zurückgeführt werden. Negativbeispiele von Privatisierungen sind zur genüge vorhanden.
Wie stehen Sie zu dem o.g. ?

Mit freundlichen Grüßen
Adelbert Ringwald
Dipl.Betriebswirt BA Steuern

Frage von Adelbert R. am
Portrait von Fritz Schmalzbauer
Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 21 Stunden

Werter Herr Ringwald,

ich weiß natürlich nicht, was der CSU und den Schmierfinken der Kreuzzugspropaganda noch so alles einfällt - möglicherweise machen sie uns in dem angekündigten Endspurt noch für den römischen Spartakusaufstand oder auch für Bin Laden verantwortlich - rechtes Kleinbürgertum lebt von Angstszenarien. Der CSU fällt in der Tat kein gesellschaftlicher Zukunftsentwurf ein, weil sie mit ihrem Latein einer Partei, die aus Feindbildern das eigne Volk zusammenzuschweißen sucht, am Ende ist. Selbst die Drohung "dann geh doch mal rüber" wirkt eher komisch.

Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag - erneuert auf der Grundlage der Menschenwürde, der freien Entfaltung der Persönlichkeit, der Freiheits- und Koalitionsrechte. Eine gespaltene Gesellschaft, die im Mittelfeld immer mehr abbricht, im obersten Zehntel Macht und Besitz konzentriert, während "unten" sich viele Menschen um ihre unmittelbare Existenz sorgen, hat keine wirkliche Perspektive. Sie vernichtet viele potentielle Fähigkeiten und konserviert, wie in Roms letzten Tagen, überkommene Herrschaftsstrukturen. Die CSU wurde von den Geistern, die sie rief und die sie finanzieren, überrollt: Die globalisierte Ökonomie kümmert sich immer weniger um die frommen Wünsche aus der Staatskanzlei und orientiert sich ausschließlich an den internationalen Börsen. Da hilft kein Schuhplattln und keine Bierrede. Der Kapitalismus fragt nicht im Ministerium an, wie er sich innerhalb Bayerns zu verhalten hat. Dass wir aber dafür dringend neue Regeln brauchen, steht außer Zweifel. Dazu ist die CSU unfähig. Leider trifft das auch auf erhebliche Teile der SPD und der Grünen zu. Deshalb braucht es eine breite Bewegung (Gewerkschaften, Kirchen, soziale und globalisierungskritische Bewegungen, kluge Denker, Publizisten und Dichter), die sich der herrschenden Verhältnisse mit Kritik und neuen Vorschlägen annimmt. Nach meiner festen Überzeugung ist DIE LINKE nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Aber immerhin ein Schritt.

Mit freundlichen Grüßen

Fritz Schmalzbauer