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ÖDP

Frage an Franz Weber von Naqernf Fpuöaoretre bezüglich Familie

07. März 2016 - 08:24

Sehr geehrter Herr Weber,

bei der "Demo für alle" in Stuttgart wurden kürzlich sogenannte "Wahlprüfsteine" vorgestellt.
Meine Frage an Sie lautet in diesem Zusammenhang:
Wie stehen Sie persönlich und wie steht die ÖDP (oder schreibt man "ödp"?) zu diesen Wahlprüfsteinen? Werden Sie sich im Falle Ihrer Wahl in den Landtag für die Revision des neuen Bildungsplanes einsetzen? Er kommt mir doch recht ideologisch überfrachtet vor...
Hier die Wahlprüfsteine:
1.Die Ehe ist ein Bund zwischen Mann und Frau, um eine Familie zu gründen.
2.Jedes Kind hat ein Recht auf Mutter und Vater. Das ist auch bei Adoptionen zu beachten. 3.Leihmutterschaft muss verboten bleiben.
4.Erziehung ist in allererster Linie Elternsache.
5.Gender Mainstreaming dient nicht der Gleichstellung, sondern leistet einer Verwirrung der Geschlechtsidentität Vorschub.
6.Sexualpädagogik der Vielfalt raus aus Schule und Kindergarten.
7.Maßnahmen des Aktionsplans, die die Glaubens-, Meinungs- und Gewissensfreiheit einschränken sind abzulehnen.
8.Schule darf nicht indoktrinieren. Kontroverses muss auch kontrovers dargestellt werden.

Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für den Wahltag,
Naqernf Fpuöaoretre.

Frage von Naqernf Fpuöaoretre
Antwort von Franz Weber
07. März 2016 - 22:58
Zeit bis zur Antwort: 14 Stunden 33 Minuten

Sehr geehrter Herr Schönberger,

zur Ihrer Frage:
bei der "Demo für alle" in Stuttgart wurden kürzlich sogenannte "Wahlprüfsteine" vorgestellt.
Meine Frage an Sie lautet in diesem Zusammenhang:
Wie stehen Sie persönlich und wie steht die ÖDP (oder schreibt man "ödp"?) zu diesen Wahlprüfsteinen? Werden Sie sich im Falle Ihrer Wahl in den Landtag für die Revision des neuen Bildungsplanes einsetzen?

Er kommt mir doch recht ideologisch überfrachtet vor...

Zur Revision des neuen Bildungsplans: Ich persönlich bin der Meinung, dass Art. 6 des GG ganz klar die Richtung vorgibt. Offensichlich werden die Aussagen aus Abschnitt 2 und auch 4 immer mehr übersehen. Wenn Pflege und Erziehung der Kinder die den Eltern zuvörderst obliegende Pflicht ist, dann sollten Eltern ein wirksames Mitspracherecht darüber haben, was den Kindern in Kindergarten und Schule vorgesetzt wird. Alles andere widerspricht demokratischen Grundsätzen. Wenn Eltern dafür ins Gefängnis kommen, wenn sie oder ihre Kinder bestimmte Unterichtsinhalte nicht "konsumieren" möchten, dann müssen hier die Alarmglocken schrill klingen, um auf demokratische Grundsätze hinzuweisen.

Hier die Wahlprüfsteine:
1.Die Ehe ist ein Bund zwischen Mann und Frau, um eine Familie zu gründen. Es soll den Ehepartnern überlassen bleiben, ob sie eine Familie gründen wollen oder in einer Partnerschaft ohne Kinder leben möchten. Nur sollte nach so vielen Jahrzehnten endlich mal Schluss sein mit der Benachteiligung von Familien. Wenn (mehrere) Kinder erziehen ein häufig vorprogrammierter Weg in die Armut ist, ist das ein eklatantes Armutszeugnis für unser Gemeinwesen.

2.Jedes Kind hat ein Recht auf Mutter und Vater. Das ist auch bei Adoptionen zu beachten. Wenn gewährleistet ist, dass gleichgeschlechtliche Paare in der Lage sind, Kinder ohne Nachteile zu erziehen, kann nichts dagegen sprechen. Allerdings sollte diese Bedingung ohne große Zweifel geklärt sein. Es ist jedoch zu erwarten, dass dieser Klärungsprozess noch einige Zeit dauern kann.

3.Leihmutterschaft muss verboten bleiben. Auch bei diesem Punkt sollten möglichst alle Vor-und Nachteile bekannt sein, um daraus die bestmöglichen Entscheidungen treffen zu können.

4.Erziehung ist in allererster Linie Elternsache. Vgl. oben: GG, 6.2

5.Gender Mainstreaming dient nicht der Gleichstellung, sondern leistet einer Verwirrung der Geschlechtsidentität Vorschub. Die VerfechterInnen von Gender Mainstreaming geben als Hauptgrund die beabsichtigte Gleichstellung und Gleichberechtigung an, Das ist in Ordnung. Docoh kann es bei einer konsequenten Gleichstellung offensichtlich auch Grenzen geben. Wenn das Pendel aber zu weit auf die andere Seite ausschlägt, sind Probleme  vorprogrammiert. So kann man/frau einen Text mit exakter Anwedung dieser Ansicht zur Unleserlichkeit degradieren. Noch problematischer wird es mit der Diskussion um das anerzogene und frei gewählte Geschlecht. Hier ist die Anwendung von GMV (gesunder Menschenverstand) durchaus sinnvoll.

6.Sexualpädagogik der Vielfalt raus aus Schule und Kindergarten. Meines Wissens hat die bisherige Sexualerziehung an den Schulen über alles aufgeklärt, vor allem unter Berücksichtigung der Entwicklungsstufen und unter Einbeziehung der Eltern (GG,6,2). Wenn der Elternwille konsequent respektiert wird, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Auch organisatorisch muss es machbar sein, diesen Willen voll zu respektieren.

7.Maßnahmen des Aktionsplans, die die Glaubens-, Meinungs- und Gewissensfreiheit einschränken sind abzulehnen. Alles, was dem Geist des Grundgesetzes widerspricht, ist abzulehnen. Auch das sollten wir organisiert bekommen.

8.Schule darf nicht indoktrinieren. Kontroverses muss auch kontrovers dargestellt werden. Wenn der Tatbestand der Indoktrination vorliegt, sofern darunter folgendes verstanden wird:[Wikipedia: Indoktrination (lateinisch doctrina ‚Belehrung‘) ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung. Dies geschieht durch gezielte Manipulation von Menschen durch gesteuerte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten].dann ist dies ein Hinweis, dass etwas schief gelaufen ist und deshalb korrigiert werden muss. Jegliche Manipulation muss ausgeschlossen bleiben.
Die Position der ÖDP ist dem Wahlprogramm BaWü zu entnehmen. Eine detaillierte Aufführung aller Aspekte würde hier etwas zu weit führen: Vgl.: http://www.oedp-bw.de/startseite/  hier auf der linken Seiten unter "Programme" nachsehen, auch unter "Bundespolitisches Programm"

Freundliche Grüße
Franz Weber