Felix Banasazak steht im Duisburger Stadtwald. Er hat die Hände zusammengelegt, sein Blick geht geradeaus in die Kamera.
Felix Banaszak
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Frage von Jutta B. •

Warum sind die Grünen gegen Gasbohrungen in der Nordsee bei Borkum? Wie wollen Sie die sog. Dunkelflauten überbrücken, wenn es zu wenig Sonne und Wind und Speicher für regeneratieve Energien gibt?

Im Deutschlandfunk erklärten Sie am 5.9.25, "...das Projekt werde nicht zur Versorgungssicherheit beitragen und zerstöre die Natur. Das Wattenmeer sei Lebensraum für Schweinswale, Robben und Zugvögel."https://www.deutschlandfunk.de/gruenen-chef-kritisiert-gasbohrungen-vor-borkum-als-kapitulationserklaerung-beim-klimaschutz-100.html Die Bohrungen sind nicht im Naturschutzgebiet Wattenmeer geplant, lese ich auf einer Internetseite von Greenpeace. Was genau wird durch die Bohrungen in der Natur zerstört? Ich finde dazu nichts im Internet außer laut Greenpeace irgendwelche neu entdeckten Steinriffe. Ganz ohne Schäden geht sowas natürlich nie. https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/gasausstieg/kein-neues-gasFinden Sie es besser, wenn wir ÖL und Gas in Ländern kaufen, mit denen wir eigentlich lieber keine Geschäfte machen wollen? Dieses Gas wäre dann auch nicht klimafreundlicher.

Felix Banasazak steht im Duisburger Stadtwald. Er hat die Hände zusammengelegt, sein Blick geht geradeaus in die Kamera.
Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau B.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Für die Energiesicherheit in Deutschland braucht es kein zusätzliches Gas. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, eine gesteigerte Energieeffizienz und den Einsatz von grünem Wasserstoff ist der Gasverbrauch bereits deutlich gesunken.
Deshalb sind weder neue Langfristverträge für fossiles Gas mit anderen Ländern noch zusätzliche Gasbohrungen in Deutschland notwendig.

Die geplanten Bohrungen vor Borkum sind nicht nur überflüssig, sondern stellen zudem eine erhebliche Gefahr für Mensch und Natur dar. Die Trinkwasserversorgung der Insel Borkum könnte durch die Gasbohrungen beeinträchtigt werden. So soll beispielsweise das belastete Lagerstättenwasser wieder ins Meer eingeleitet werden, wodurch die dort lebenden Arten durch Schwermetalle und andere Toxine schwer belastet würden. Weiterhin könnte sich der Meeresboden durch die Gasentnahme um mehrere Zentimeter absenken, wodurch Wasser- und Schlickströme zu Schäden an den vorhandenen Riffen führen können.Darüber hinaus bedrohen sie das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und damit auch den Tourismus, von dem viele Menschen auf der Insel leben. Wir lehnen diese Bohrungen daher entschieden ab.

Unser Ziel ist es, die Nutzung von fossilem Gas schrittweise so schnell wie möglich reduzieren. Dafür muss der Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorangetrieben werden. Um die von Ihnen angesprochenen Dunkelflauten zu überbrücken, braucht es den Ausbau von Speichertechnologien, Biogasanlagen sowie eine verstärkte Nutzung von Wasserstoff. Zudem müssen flexible Stromtarife für Verbraucher*innen und die Industrie ermöglicht werden, damit Strom dann genutzt werden kann, wenn er reichlich zur Verfügung steht. So wird das Energiesystem insgesamt effizienter und zukunftsfest.

Mit freundlichen Grüßen
Team Banaszak
 

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