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Falk Thörmer
Volt
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Wird sich das Schulsystem unter ihrer Kandidatur verändern?

Frage von Edip K. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 23 Stunden 16 Minuten

Sehr geehrter Herr K.

ich greife einmal einige wichtige Punkte heraus, wie wir von Volt uns die "Schule der Zukunft" vorstellen. (Sie finden sehr umfangreiche Ausführungen dazu in unserem Wahlprogramm anbei.) Für Kritik/Verbesserungsschläge und Fragen hierzu stehe ich gerne zur Verfügung. 

  • Die Veränderung der Schulstruktur soll über einen zehnjährigen Schultransformationsplan konkretisiert werden. Dieser wird von Bund, Ländern und Bildungsexpert*innen im Rahmen der von uns geplanten Bundesbildungskommission ausgearbeitet.
  • Wir wollen eine Primarstufe, in der Schüler*innen mit unterschiedlichsten Herkunftsbiografien gemeinsam in einer Klasse lernen und wirksame individuelle Förderung erhalten.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass es ab der Sekundarstufe I (Sek. I) eine Schulform gibt, in welcher alle Schüler*innen gemeinsam lernen werden. Diese ersetzt die heutigen Schulformen, die Kinder nach ihrem Leistungsstand im Grundschulalter einstufen. Dort erleben sie Diversität sowohl im Klassenraum als auch in der gesamten Schulfamilie als Selbstverständlichkeit. Durch freie und digital unterstützte asynchrone Lernformen, die mittelfristig etabliert werden sollen, werden Lehrende zu individuellen Lernbegleiter*innen, sodass Schüler*innen ihren individuellen Lernweg auch in leistungsheterogenen Gruppen bestreiten können.
  • Wir wollen eine Sekundarstufe II, in der weiterhin eine spezifische Profilbildung stattfinden kann. Trotzdem wird ein bundesweit verbindlicher Rahmen an festgelegten Pflichtfächern zu einer bundesweit vergleichbaren Hochschulreife führen, die je nach Leistungsentwicklung nach 11, 12 oder 13 Jahren absolviert werden kann. > Schulen dürfen keine Selektion ihrer Schüler*innenschaft vornehmen. Die Schulort-Wohnort-Distanz ist das primäre Kriterium. Staatlich anerkannte Ersatzschulen übernehmen die systemischen Vorgaben.
  • Wir befürworten eine weitreichende Autonomie für Schulen zur spezifischen Forderung und Förderung der Schülerschaft und zum Ausbau eines Schulprofils. Diese beinhaltet schulinterne Möglichkeiten und Ressourcen für die Planung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen, zentrale Angebote bleiben erhalten. Außerdem umfasst die Autonomie Personalplanung, -einstellung und -verwaltung sowie Ressourcen für die schulinterne Unterrichtsentwicklung, z. B. alternative Ansätze der Leistungsmessung, umfangreichen Projektunterricht oder Feedback an Lehrkräfte durch Schüler*innen und Kolleg*innen.

Mit freundlichen Grüßen

Falk Thörmer

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