Frage an Evelyne Gebhardt von Jreare Xhtyre bezüglich Land- und Forstwirtschaft

14. August 2008 - 18:48

Sehr geehrte Frau Gebhardt,

die Honigbienen sterben in Baden, Bayern, Sachsen, Schleswig-Holstein - deutschlandweit werden die Bienen schwächer und schwächer. Die Imker haben eine Verbindung zu Pestiziden aufgezeigt, dort vor allem Neonikotinoide. Analyseregebisse unter http://www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/122…

In Frankreich, Slowenien, Italien und anderen Ländern ist ebenfalls eine direkte Verbindung zu Pestiziden herzustellen. http://www.imkereibrandt.de/neuigkeiten.html

Die Imker sind sicher, daß die heutigen Zulassungsverfahren nicht mehr zeitgemäß sind und viel zu viele Pestizide freigegeben werden, die augenscheinlich umweltschädlich sind. Es besteht unmittelbare Gefahr für den Naturhaushalt. Die Folgen für die Lebensmittelsicherheit und dem Schutz des Verbrauchers sind noch gar nicht abzusehen. Der Wirkstoff Clothianidin wurde in der Schweiz im Salat aus Italien nachgewiesen.

Meine Frage an Sie - was können Sie für uns tun, um den Schutz der Honigbiene, den Schutz des Naturhaushaltes, Schutz der Lebensmittelsicherheit und den Schutz des Verbrauchers zu verbessern?

Viele Grüße und Danke im Voraus,
Werner Kugler

Weitere Links zum Thema Bienensterben:
http://www.imkerdemo.de/
http://www.cbgnetwork.de/2584.html
http://www.imkerdemo.de/2008/08/strafanzeige-gegen-bayer-vorstand/

Frage von Jreare Xhtyre
Antwort von Evelyne Gebhardt
03. September 2008 - 11:46
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 5 Tage

Sehr geehrter Herr Kugler,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Auch mich besorgt das Honigbienensterben und der massive Einsatz von umweltschädlichen und gesundheitsgefährdenden Pestiziden. Zur Zeit wird die EU-Pflanzenschutzverordnung überarbeitet. Meine Fraktion, die SPE, hat dafür gesorgt, dass das Europäische Parlament in erster Lesung eine strenge Regelung verabschiedet hat. Unter anderem haben wir durchgesetzt, dass das Europäische Parlament ein komplettes Verbot der Neuzulassung von Pestiziden, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein ausgesprochen hat. Gleichzeitig fordern wir eine Reduzierung der bereits zugelassenen gefährlichen Pestizide um 50 Prozent. Des weiteren will das Europäische Parlament Pufferzonen rund um Gewässer einrichten lassen, in denen keine Pestizide verwendet werden dürfen. Allen diesen wichtigen Punkten hat allerdings der Rat, in dem die Vertreter der Mitgliedsstaaten sitzen, nicht zugestimmt. Ich empfehle ihnen deshalb sich an den Bundeslandwirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland zu wenden.

Nun steht die zweite Lesung des Europäischen Parlaments an. Wir werden dabei alles daran setzen eine erhebliche Verbesserung des Gemeinsamen Standpunktes des Ministerrats durchzusetzen. Vorläufig ist die Abstimmung für die Sitzung des Parlaments am 4. Dezember vorgesehen. Ich hoffe sehr, dass es uns geleingen wird in ihrem Sinne und für den Erhalt der auch für unserer Umwelt lebensnotwendigen Bienen eine Entscheidung herbeizuführen.

Mit freundlichen Grüßen,
Evelyne Gebhardt