Eugen Schlachter
DIE GRÜNEN

Frage an Eugen Schlachter von Znkvzvyvna Onhzrvfgre bezüglich Wirtschaft

02. März 2011 - 08:13

Sehr geehrter Herr Schlachter,

ich möchte sie hier nicht mit schon so oft gestellten Fragen wie Stuttgart 21 langweilen, welche sie vermutlich schon zum x-ten mal beantworten mussten und welche sie ohnehin im Einklang mit dem Wahlprogramm ihrer Partei beantworten werden.
Deswegen bezieht sich meine Frage, auf meiner Meinung nach für Baden-Württemberg, für Deutschland und für Europa, wichtigere Themen.

Das "Flagschiff" des Wahlprogramms ihrer Partei ist eindeutig das Thema: "Energie ohne Atomkraft."

Meine Frage also:

Der Prozentsatz der aus erneuerbaren Energien gewonnene Strom lag gegen Ende 2010 bei ca. 17 Prozent. Dies war laut Informationen der Tagesschau ein Zuwachs von ca. 0,6 Prozent.
Der Prozentsatz der aus nicht - erneuerbaren Energien gewonnenen Stromes liegt demnach bei ca. 83 Prozent, wovon ca. 11 Prozent der Kernernergie zufallen (für nicht aktuelle Zahlen möchte ich mich hiermit entschuldigen jedoch war es mir als "autonormal - Bürger" nach einstündiger Suche nicht möglich an aktuellere zu gelangen). Wenn wir also, nach Ablauf der AKW - Laufzeiten von einem Wachstum der erneuerbaren Energien von ca. einem Prozent ausgehen, so sitzen wir, nach Ablauf der AKW - Laufzeiten, für 11 Jahre in einem Energieloch von mindestens 10 Prozent, wobei meiner Meinung nach 11 Jahre utopisch sind.
Die logische Folge daraus wäre, dass der normale Bürger wesentlich mehr für den Strom zahlen müsste. Außerdem würde hinzu kommen, dass dieses Energieloch mit Strom aus dem Ausland gefüllt werden müsste.

Wo wäre also unser Nutzen im Punkt "Mehr Sicherheit ohne Atomkraft", wenn unser Austritt aus der Kernenergie zur Folge hätte, dass Länder wie z.B. Frankreich, die Niederlande oder sogar Länder bei denen die Sicherheitsstandarts wesentlich geringer sind als in Deutschland, mehr Atomkraftwerke an die deutsche Grenze bauen müssten, um den deutschen Energiehunger zu stillen?

Mit freundlichen Grüßen,

Maximilian Baumeister

Frage von Znkvzvyvna Onhzrvfgre
Antwort von Eugen Schlachter
02. März 2011 - 08:42
Zeit bis zur Antwort: 29 Minuten 13 Sekunden

Sehr geehrter Herr Baumeister,

hier ein paar Argumente für erneuerbare Energien.

http://www.unendlich-viel-energie.de/de/startseite/detailansicht/article/19/vollstaendige-stromversorgung-durch-erneuerbare-energien-bis-2050-sru-uebergibt-bundesumweltminis.html ; http://www.unendlich-viel-energie.de/de/detailansicht/browse/5/article/530/5-x-100-2050.html , vgl. auch http://www.unendlich-viel-energie.de/de/startseite/detailansicht/article/19/engagierte-regionen-beim-ausbau-der-erneuerbaren-energien-machen-52-prozent-der-landesflaeche-aus.html ), dass eine Vollversorgung durch Erneuerbare Energie möglich ist. Die ökonomisch sinnvollsten Potentiale liegen dabei - mehr als noch in vielen Studien zugegeben - in der dezentralen Nutzung von Solar- (thermisch und elektrisch) und Windenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft. Die Schlüsseltechnologie, die genannten Ressourcen ihrem Aufkommen entsprechend nutzen zu können, liegt in den Speichern, die durch eine dezentrale Vor-Ort-Einbindung, etwa im Einfamilienhaus, (zukünftig) im Elekromobil oder aber durch Verbundsysteme bedarfsgerecht eingesetzt werden können und so Versorgungssicherheit bringen. Die Akzeptanz dieser Technologien ist besser, als ihnen nachgesagt wird: vielerorts tragen sie zur Sanierung von kommunalen Haushalten bei; durch Bürgerkraftwerke und die mit ihnen einhergehende Einbindung der Bevölkerung wird zudem eine demokratisierende Politisierung in der Bevölkerung erreicht.

Mit Hilfe des Erneuerbare Energien-Gesetzes konnte innerhalb von nur einem Jahrzehnt bereits ein Anteil von 17 Prozent erneuerbarer Energien am deutschen Bruttostromverbrauch erreicht werden.

http://www.unendlich-viel-energie.de/de/startseite/detailansicht/article/19/grafik-dossier-erneuerbare-energien-im-deutschen-stromnetz.html

Gruß Eugen Schlachter, MdL

PS: Das Manifest des Verbandes UnternehmensGrün enthält auch gute Argumente gegen Atomenergie:
http://www.unternehmensgruen.org/fileadmin/user_upload/Bilder/Publikationen/Journal/UnternehmensGruen_Journal_2_2009_geaendert.pdf

Antwort von Eugen Schlachter
02. März 2011 - 08:55
Zeit bis zur Antwort: 42 Minuten 13 Sekunden

Sehr geehrter Herr Baumeister,

noch ein kleiner Nachtrag: Nach Beschlusslage der Bundesregierung sollen ja die AKW´s jetzt wieder länger laufen. U.a. die EnbW kündigt jetzt eine Preiserhöhung von 4,5 % an (Pressekonferenz Herr VV Villis) und teilt auch mit, dass die Investitionen von geplanten 7,9 Mrd. Euro auf 5,4 Mrd. Euro zurückgefahren werden.

Wenn der Strom aus AKW´s so günstig und sicher ist, warum steigen dann die Preise - oder ist das eine logische Folge daraus, dass der Strom aus AKW´s (w/Endlagerung usw.) doch nicht so günstig ist?

Empfehlung: Studie der LBBW zur Laufzeitenverlängerung von AKW´s v. 16.09.10. Übers Internet bei der LBBW bestellbar.

Gruß
Eugen Schlachter, MdL