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Ernst Pfister
FDP

Frage an Ernst Pfister von Nhthfg Jru bezüglich Gesundheit

15. März 2011 - 17:19

Der Präsident des Deutschen Imkerbundes e. V., Peter Maske, forderte heute in einem Schreiben die Ministerpräsidenten aller Bundesländer auf, sich in der Sitzung des Bundesrates am Freitag für den Erhalt der Imkerei in Deutschland und damit für die flächendeckende Bestäubung einzusetzen und gegen den Vorschlag des Agrarausschusses zu stimmen, die Nulltoleranz bei Saatgut aufzuheben. Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung und der Anfang aller Lebensmittelproduktion. Der Agrarausschuss des Bundesrates hatte am 28. Februar 2011 einen Entschließungsantrag angenommen, der die Bundesregierung auffordert, durch „Verwaltungsvorschrift eine für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung für die Nulltoleranz bei Saatgut baldmöglichst zu definieren“, das heißt, den Weg für gentechnisch verändertes Saatgut frei zu machen. Einmal auf dem Feld ausgebracht, kann sich dieses GVO-Saatgut unkontrolliert ausbreiten. „Eine Aufweichung der jetzt bestehenden Nulltoleranz hätte fatale Folgen für die gesamte Imkerei in Deutschland“, so Maske.
Denn eine Ausbringung von Saatgut, das Spuren von gentechnisch veränderten Pflanzen enthält, welches keine lebensmittelrechtliche Zulassung hat, birgt die Gefahr einer Eintragung von Pollen in den Honig. Selbst durch geringste Mengen von Pollen nicht zugelassener gentechnisch veränderter Pflanzen verliert Honig seine Verkehrsfähigkeit. Dies stellte der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofes im aktuellen Verfahren klar. Er fordert daher die konsequente Anwendung der so genannten Nulltoleranz. Honig ist im Bewusstsein der Verbraucher ein hochwertiges und unbelastetes Nahrungsmittel. Eine Vermarktung von Honig würde durch die Verbreitung von mit GVO verunreinigtem Saatgut erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Ein Rückgang der Imkerei wäre die Folge.
Die Imker fordern daher jetzt von der Politik, dass der Grundgedanke der Koexistenz auch für die Bienenhaltung umgesetzt und die Rechte der Imker nicht mit solch folgeschweren Entscheidungen untergraben werden.

Wie stehen Sie dazu

Frage von Nhthfg Jru
Antwort von Ernst Pfister
22. März 2011 - 12:03
Zeit bis zur Antwort: 6 Tage 18 Stunden

Sehr geehrter Herr Weh,

Vielen Dank für Ihre Mail vom 15.03.2011.

Ich darf Ihnen versichern, dass der von Ihnen angesprochene Entschließungsantrag des Bundesrates keineswegs auf eine Aufhebung der Nulltoleranz abziehlt. Die Entschließung zielt lediglich darauf ab, für konventionelles Saatgut zuverlässige und rechtsverbindliche Labormethoden zu definieren und eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise bei der Beprobung, Untersuchung und Interpretation der Ergebnisse festzulegen. Für Saatgutfirmen ist es nämlich mit den derzeitigen Prüfplänen schon aus statistischen Gründen nicht möglich, einen reproduzierbaren und damit sicheren Nachweis von GVO-Spuren im Saatgut zu führen. Mit Datum vom 15. März hat das Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz zu dieser Thematik eine ausführliche Erklärung abgegeben. Diese Erklärung finden Sie unter: http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/mlr/allgemein/Untersuchungen_gentechnische_Verunreinigungen.pdf . Ich würde mich freuen, wenn Ihnen diese Informationen helfen, bei der weiteren Diskussion mit dem Thema "Nulltoleranz bei Saatgut" sachbezogen umzugehen.

Mit freundlichen Grüßen
Ernst Pfister