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Donata Vogtschmidt
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Frage von Axel F. •

Macht die SAP/OpenAI-Kooperation Eigenentwicklungen (z.B. F13) & Investitionen in Aleph Alpha obsolet?

Sehr geehrte Frau Vogtschmidt,

wie bewerten Sie die kürzlich angekündigte Kooperation zwischen SAP, Microsoft Azure und OpenAI zur Einführung von KI in die öffentliche Verwaltung und den Bildungsbereich (Schulen/Universitäten)?

Droht diese strategische Entscheidung, die auf US-Technologie setzt, die Bemühungen um technologische Souveränität und die damit verbundenen staatlich geförderten Eigenentwicklungen wie F13 (Baden-Württemberg) und die Investitionen in deutsche KI-Start-ups wie Aleph Alpha obsolet zu machen?

Konkret: Sind die Steuergelder, die in diese souveränen (und teils Open-Source-)Projekte investiert wurden, durch die Wahl der SAP/OpenAI-Plattform, die auf US-Technologie basiert, wirtschaftlich entwertet? Welche Strategie verfolgt die Regierung, um sicherzustellen, dass die besten Technologien nicht gleichzeitig die unabhängigsten verdrängen?

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Antwort von Die Linke

Sehr geehrter Axel F., vielen Dank für die Anfrage. Zur Strategie der Bundesregierung kann ich als Teil der Opposition nur mutmaßen, die von Ihnen angedeuteten Zweifel an ihrer Strategie sind jedoch sehr angebracht. Ob Cloud and AI Development Act, die Souveränitätskriterien des BSI für souveräne Clouds (C3A), das Sicherheitspaket 2.0 oder der Digital-Omnibus der EU – es ist jeweils nicht erkennbar, dass sich die Bundesregierung für Souveränität im Sinne von digitaler Unabhängigkeit und Open-Source-Software einsetzt. Stattdessen werden ganz bewusst Türen für weitreichende Kooperation mit Big Tech aus den USA geöffnet. Das ist eine strategische Fehlentscheidung, die unsere Souveränität weiter untergräbt und die Erfolgsaussichten für Open-Source-Projekte und Dienstleistungen schmälert. Zwar sind Investitionen in AlephAlpha nicht obsolet, doch mit der kürzlichen Fusion mit Cohere wird keine wirkliche technologische Souveränität geschaffen – immerhin ist dies zielführender, als sich von marktbeherrschenden Modellen aus den USA und China abhängig zu machen. Mit Blick auf die sozial-ökologischen Folgen, die bisher fehlende Profitabilität mit vielen versteckten Kosten in der Zukunft, und hinsichtlich der Probleme bei der Nachvollziehbarkeit von KI-Entscheidungen ist generell davon Abstand zu nehmen, KI in dem Maße in die Gesellschaft als solche zu integrieren, wie das oft als scheinbar essenziell und unvermeidlich dargestellt oder auch herbeigeredet wird. Insbesondere die Einführung von KI in der öffentlichen Verwaltung und an Schulen darf kein Selbstzweck sein. Die Mensch-zu-Mensch-Interaktion ist das, was Sozialverhalten lernen lässt und ausmachen sollte. Dazu gehört auch, dass Ermessensentscheidungen auf keinen Fall von KI vorbereitet oder getroffen werden sollten.

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