Randbebauung Tempelhofer Feld?
Sehr geehrter Herr Stettner,
Der Engpass bei bezahlbaren Wohnungen gehört zu Berlins allergrößten Problemen. Als Antwort darauf wurde der "Stadtentwicklungsplan 2040 Wohnen" beschlossen, der die Schaffung von 24 neuen Stadtquartieren und weiteren Wohnungsbaumöglichkeiten vorsieht, für insgesamt 220.000 neue Wohnungen. Warum finde ich zur Umsetzung dieser Beschlüsse aus Ihrer Partei so wenig zu hören und zu lesen, sondern immer nur etwas über das Engagement der CDU für die Randbebauung des Tempelhofer Felds (das im StEP2040 gar nicht erwähnt ist)? Hat der "StEP 2040 Wohnen" für Ihre Partei bzw die Berliner Landesregierung keine Bedeutung mehr? Warum nicht?
Sehr geehrter Herr A.,
Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Gerade in Berlin übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. Deshalb gilt: Mehr Wohnraum entsteht nur durch mehr Neubau.
Die Koalition im Abgeordnetenhaus hat dafür bereits wichtige Grundlagen geschaffen. Mit einer vereinfachten Bauordnung und dem Schneller-Bauen-Gesetz beschleunigen wir Planungs- und Bauprozesse. Gleichzeitig wurde die Förderung für sozialen Wohnungsbau verbessert und wird nun auch tatsächlich genutzt. In den Jahren 2024 und 2025 wurden jeweils über 5.000 geförderte Wohnungen bewilligt.
Ergänzend haben wir weitere Maßnahmen umgesetzt:
Das Wohnraumsicherungsgesetz geht gegen Zweckentfremdung vor, der neue WBS 220 erweitert den Zugang zu gefördertem Wohnraum für die Mittelschicht, und eine Mietpreisprüfstelle sorgt für mehr Transparenz.
Der Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 bleibt die strategische Grundlage unserer Politik. Aktuell geht es vor allem um die konkrete Umsetzung – also schnellere Verfahren und klare Prioritäten. Dass darüber weniger öffentlich gesprochen wird, liegt an genau dieser Arbeitsphase.
Gleichzeitig prüfen wir zusätzliche Flächen für den Wohnungsbau. Dazu gehört auch das Tempelhofer Feld. Angesichts des hohen Bedarfs sollten wir keine geeigneten Flächen grundsätzlich ausschließen. Unser Ziel ist ein ausgewogener Ausgleich zwischen Neubau, Freiraum und Infrastruktur. Auch bei einer möglichen Randbebauung bliebe der Großteil des Feldes erhalten und öffentlich zugänglich.
Darüber hinaus nutzen wir verstärkt Potenziale wie brachliegende Gewerbeflächen. Neue bundesgesetzliche Regelungen („Bauturbo“) helfen uns, hier schneller Baurecht zu schaffen.
Unser Ziel ist klar: In den kommenden zehn Jahren sollen bis zu 200.000 neue Wohnungen entstehen.
Freundliche Grüße
Dirk Stettner

