Wie begründen Sie das Ende von Zusatz-Minijobs in Mangelberufen wie der Pflege, wo nachweislich keine Stellen verdrängt werden, sondern akuter Fachkräftemangel herrscht?
Sehr geehrter Herr Rohde, Sie schreiben, eine Differenzierung neben der Hauptbeschäftigung löse das Problem nicht, da Minijobs Stellen verdrängen. Ich arbeite in der 1:1-Pflege. Hier gibt es keine Verdrängung, sondern einen massiven Fachkräftemangel! In Vollzeit- wie Minijobstelle sind alle froh über Aushilfen bei Urlaub/Krankheit. Ohne diese Flexibilität kollabiert die Pflege.
Zudem trifft es mich privat: Ich habe 4 Katzen, 3 davon sind 12 Jahre alt. Altersbedingte Tierarztkosten finanziere ich über den Minijob – für mich ein „Luxus“, für den ich gerne zusätzlich arbeite. Das wäre mit Vollzeitgehalt allein nicht machbar. Mit der Vollzeitstelle zahle ich bereits zu 100% voll in die Rentenkasse ein. Warum bremst man den Fleiß und die Eigenvorsorge derer, die voll anpacken? Wer Kassen füllen will, sollte Menschen in Arbeit bringen, die trotz Arbeitsfähigkeit noch nie eingezahlt haben, statt Leistungsträger weiter zu belasten.
Sehr geehrte Frau O.,
vielen Dank für Ihre erneute Frage die mich am 2. Juli dieses Jahres auf der Plattform Abgeordnetenwatch erreicht hat.
Als SPD-Bundestagsfraktion sind wir sehr stolz darauf, den Pflegeberuf zu einem der attraktivsten Berufe in Deutschland gemacht und für anständige Bezahlung gesorgt zu haben. Wir haben uns immer für eine stärkere Tarifbindung eingesetzt und konnten viele Fortschritte für die Beschäftigten in der Pflege erreichen. Diesen Weg wollen wir entschieden weitergehen. Um die von Ihnen zu recht eingeforderte Flexibilität über vorhandene Fachkräfte gewährleisten zu können.
Minjobs waren als Brücke in den Arbeitsmarkt gedacht, das Ergebnis hatte ich Ihnen in der Antwort auf Ihre letzte Frage geschildert.
Ich hoffe ich konnte Ihre Frage damit beantworten. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin für Ihre Fragen und Anliegen zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
Dennis Rohde

