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Frage von Betty K. •

Warum lässt sich ein Smartphone-Verbot für unter 14-Jährige nicht realisieren?

Hallo Frau Loop,

Sie hatten sehr ausführlich auf meinen Vorschlag Smartphone für unter 14-Jährige zu verbieten geantwortet. Sie schreiben, es wäre nicht reslisierbar und schlagen eine stufenweise Heranführung an Social-Media und generell an die Nutzung von Smartphones vor. Ihr Vorschlag lässt sich allerdings nicht realisieren. Wie wollen Sie denn prüfen, welche Freigaben ein Smartphone hat? Da eine derartige "Überwachung" nicht möglich ist, wird es so bleiben wie es ist. Grundschüler scrollen am Handy und können beim Bäcker aber keine Brötchen kaufen. Ich sehe kein Problem darin, Smartphones generell für unter 14-Jährige zu verbieten. Ein 9-Jähriger kann zu seinem nicht internetfährigen Handy greifen, um sich mit Freunden zu verabreden, Organisatorisches mit der Schule kann und sollte dann ausschließlich über die Eltern laufen. Früher, und das ist noch gar nicht so lange her, gab es auch keine Smartphones und trotzdem wurden Schulausflüge organisiert etc..

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Moin Frau K.,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Sie haben Recht: Altersgrenzen im Internet lassen sich umgehen. Dennoch können sie einen wichtigen Beitrag leisten. Eine klare Altersgrenze kann viele jüngere Kinder schützen und zugleich Eltern im Alltag Orientierung geben.

Gleichzeitig gilt: Altersgrenzen allein reichen nicht aus. Deshalb haben wir ein umfassendes Maßnahmenpaket geschnürt. Dazu gehört vor allem: 

1. Sichere Grundregeln für alle. Riskante Funktionen wie Autoplay oder Endlos-Scrollen sollen standardmäßig aus sein. Stattdessen sollen z.B. Pausenhinweise automatisch aktiviert sein. Plattformen müssen KI-Inhalte kennzeichnen. Diese sicheren Grundregeln sollen standardmäßig eingestellt sein, wenn die App installiert wird.

2. Mehr Medienkompetenz. Kinder und Jugendliche sollen lernen, sich sicher und selbstbestimmt im Netz zu bewegen. Das gehört in Kita, Schule, Verein und Jugendarbeit – und Eltern brauchen Unterstützung um die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten zu können.

3. Mehr echte Orte zum Treffen. Kinder und Jugendliche brauchen Orte, an denen sie sich treffen können. Deshalb setzen wir uns für mehr Geld für Freizeit, Sport, Kultur und Jugendarbeit ein.

Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz: bessere Regeln für Plattformen, wirksamer Schutz für junge Menschen (u.a. durch Altersgrenzen) und gleichzeitig mehr Befähigung sowie Begegnungsräume.
 

Kinder und Jugendliche brauchen Dialog- und Experimentierräume, in denen Kompetenzen und der Umgang mit digitalen Inhalten und Tools erlernt werden können. Sie komplett aus der digitalen Welt herauszuhalten, bis sie 14 Jahre alt sind, halten wir nicht für den richtigen Weg. Es braucht dafür nicht-kommerzielle, altersgerechte digitale Angebote für Kinder und Jugendliche, etwa moderierte Chat-Räume, KI-Tools, Kinderwebseiten und -apps. Dies braucht  Zugang zum Internet.

Es geht darum, Kindern und Jugendlichen ein gesundes Aufwachsen in einer digitalen Gesellschaft zu ermöglichen und sie schrittweise an diese heranzuführen.

Mit freundlichen Grüßen
Denise Loop
 

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