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Denise Loop
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Frage von Marc N. •

Wieso wird die Sinnhaftigkeit einer analogen Kindheit in Frage gestellt?

Sehr geehrte Frau Loop,

Sind Sie für den Verbot von Alkohol bis 16?

Sind Sie für den Verbot von Tabak bis 18?

Falls Sie bis hier zwei mal mit ja geantwortet haben: Wieso sind Sie gegen ein Smartphone Verbot ab 14?

Nein, der Vergleich hinkt nicht. Ja, es ließe sich praktisch umsetzen. Ja, die negativen Folgen des Smartphones sind eklatant, evident und in zahlreichen Studien nachgewiesen.

PS: Es fragt ein Psychologe und frischer Vater.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrter Herr N.,

vielen Dank für Ihre Frage.

Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer digitalisierten Welt auf, Smartphones gehören in nahezu jedem Haushalt in Deutschland dazu, sie sind Teil des Alltags.

Aber es ist auch Fakt, dass sich belastende Inhalte wie beispielsweise algorithmisch verstärkte Körper- und Leistungsnormen negativ auf die psychische und körperliche Gesundheit gerade von jungen Menschen auswirken. 

Kinder haben nach der UN-Kinderrechtskonvention grundsätzlich das Recht auf Zugang zu Medien, „insbesondere derjenigen, welche die Förderung seines sozialen, seelischen und sittlichen Wohlergehens sowie seiner körperlichen und geistigen Gesundheit zum Ziel haben“. Eingeschränkt wird dieses Recht im gleichen Artikel durch den Aspekt des Kinder- und Jugendschutzes, nämlich dass Kinder vor Informationen und Material zu schützen sind, „die ihr Wohlergehen beeinträchtigen“.
 

Es ist also unsere Verantwortung, dass Kinder und Jugendliche in einer digitalen Welt gesund und entwicklungsgerecht aufwachsen können. Wir müssen den Schutz von Kindern stärken, aber gleichzeitig ihre altersgerechte Teilhabe sichern und ihre Befähigung zu einem kompetenten Umgang fördern. 

Mit einem generellen Verbot von Smartphones bis zu einem bestimmten Alter würde keine Medienkompetenz vermittelt - wir müssen den Schutz von Kindern stärken, aber gleichzeitig ihre altersgerechte Teilhabe sichern und ihre Befähigung zu einem kompetenten Umgang fördern.

Die Entwicklung der Medienmündigkeit muss im Einklang und mit Zutun der Eltern und pädagogischen Fachkräfte geschehen – Elternarbeit muss parallel stattfinden.

Verbote allein greifen zu kurz - es braucht u.a. Empfehlungen und Unterstützung von Eltern, damit die Medienerziehung und -nutzung in der Familie den sich entwickelnden Fähigkeiten des Kindes entsprechen.

Meine Position zum Thema  finden Sie hier im Detail:
https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/dateien/downloads/Beschluesse/Fraktionsbeschluss_Social_Media_04-2026.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Denise Loop

 


 

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