Warum gibt es so wenig Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche?
Sehr geehrter Herr K.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Die Verfügbarkeit von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche ist ein ganz zentraler Faktor für Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und die persönliche Entfaltung in geschützten Räumen jenseits von Schule und Familie. Der Mangel an solchen Angeboten ist aus unserer Sicht eine dringende gesellschaftliche Herausforderung, die durch konsequente Investitionen gelöst werden muss.
Für uns Grüne sind Orte wie Spielplätze, Jugendfreizeiteinrichtungen und Familienzentren essenzielle "dritte Orte", die Kindern und Jugendlichen wichtige Erlebnismöglichkeiten bieten. Diese Räume dienen nicht nur der Erholung, sondern sind unverzichtbare Lernorte für soziale Interaktion und Selbstwirksamkeit sind. Besonders in ländlichen Räumen besteht der Bedarf, durch bessere Infrastruktur und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sicherzustellen, dass junge Menschen Zugang zu diesen Angeboten haben.
Um so kritischer ist es zu bewerten, bei sozialen Infrastrukturen den Rotstift anzusetzen. Kürzungen, wie sie etwa bei der Sanierung kommunaler Einrichtungen für Jugend und Sport oder bei Projekten der Zivilgesellschaft vorgenommen werden sollen, gefährden das Potenzial der nächsten Generation und schwächen den sozialen Zusammenhalt langfristig.
Wir fordern deshalb von der Bundesregierung den Erhalt von Qualitätsstandards und eine Stärkung der Jugendverbandsarbeit, um ein echtes, bedarfsgerechtes Freizeitangebot für alle jungen Menschen sicherzustellen. So werden wir auch in den Haushaltsverhandlungen für 2027 erneut mehr Geld für den Kinder- und Jugendplan (KJP) und die Frühen Hilfen (allein dort zusätzliche 45 Millionen jährlich) fordern.
Mit freundlichen Grüßen
Denise Loop

