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Christos Pantazis
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Frage von Manuel L. •

Ist die Härtefallregelung beim Wegfall der GKV für Ehepartner ihrer Meinung nach fair gestaltet?

Ein konkretes Fallbeispiel meinerseits: ich bin Pflegefachkraft, mein Stundenlohn ist in Ordnung und ich mache meinen Beruf gerne.

Meine Frau ist Pflegebedürftig, hat keine Beitragsjahre für die Rente zusammen und für Ansprüche von Sozialhilfe verdiene ich "zu gut". Arbeiten kann sie also nicht, Sozialleistungen erhält sie keine, weil ihr keinerlei zustehen.

Jetzt sollen wir von meinem Einkommen, welches ohnehin durch zwei Personen geteilt schon knapp ist, noch über 200 Euro abgeben, damit sie weiter versichert bleibt?

Finden sie das gerecht?

Unter einer Koalition aus Christ- und Sozialdemokraten habe ich mir wirklich etwas anderes vorgestellt...

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr L.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre offenen Worte. Als Pflegefachkraft leisten Sie einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft. Dass Sie darüber hinaus Ihre Ehefrau pflegen, verdient größten Respekt.

Zu Ihrer Frage: Ich kann Ihre Sorge sehr gut nachvollziehen. Die von Ihnen geschilderte Situation zeigt sehr deutlich, warum pauschale Änderungen bei der beitragsfreien Mitversicherung schnell zu sozialen Härten führen können.

Wichtig ist zunächst: Am 29. April 2026 hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Dieser befindet sich aktuell im parlamentarischen Verfahren – endgültige Entscheidungen sind also noch nicht getroffen.

Nach dem derzeitigen Stand des Entwurfs sind Ausnahmeregelungen vorgesehen, um genau solche Härtefälle wie den von Ihnen beschriebenen abzufedern. Dazu zählen insbesondere:

  • Personen mit dauerhafter Erwerbsminderung,
  • pflegebedürftige Menschen, die nicht erwerbstätig sein können, sowie pflegende Angehörige.

Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, dass Ihre Ehefrau auch künftig beitragsfrei mitversichert bleiben kann. Eine verbindliche Bewertung im Einzelfall ist jedoch erst auf Grundlage der finalen gesetzlichen Regelung möglich.

Unabhängig davon möchte ich sehr klar sagen: Ich halte die geplanten Einschränkungen bei der beitragsfreien Familienversicherung grundsätzlich für problematisch. Im parlamentarischen Verfahren werde ich mich dafür einsetzen, dass es entweder gar nicht zu solchen Belastungen kommt oder zumindest soziale Härten – wie in Ihrem Fall – zuverlässig ausgeschlossen werden.

Mir ist wichtig, dass Menschen, die Verantwortung füreinander übernehmen und bereits durch Krankheit oder Pflege belastet sind, nicht zusätzlich finanziell unter Druck geraten.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Frau von Herzen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christos Pantazis, MdB

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