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Christina Kampmann
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Frage von Eric J. •

Aus welchen Ländern werden die meisten Frauen verschleppt, um innerhalb der EU als Zwangsprostituierte zu "arbeiten" und welche Rolle spielt die Balkanroute bzw. Clankriminalität?

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr J.,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Menschenhandel und Zwangsprostitution sind schwere Menschenrechtsverletzungen, die konsequenter verfolgt werden müssen. Neben der strafrechtlichen Verfolgung der Täter muss dabei stets auch der Schutz der Opfer im Vordergrund stehen.

Dass die Lage ernst ist, zeigt sich an den jüngsten Zahlen aus dem Lagebild Menschenhandel und Ausbeutung des Landeskriminalamts NRW: Im Jahr 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen 175 Ermittlungsverfahren wegen sexueller Ausbeutung abgeschlossen. Bei diesen wurden 217 Opfer dokumentiert, was einen Anstieg von über 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die Betroffenen stammen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und auch die Täterstrukturen weisen eine große Vielfalt auf. Ein besonders alarmierender Befund ist die zunehmende Verschiebung hin zur Wohnungsprostitution. Diese ist für die Behörden deutlich schwieriger zu überwachen und lässt auf ein hohes Dunkelfeld schließen.

Daher benötigen wir mehr spezialisierte Beratungsstellen, einen verbesserten Zugang zur Gesundheitsversorgung und ein Aufenthaltsrecht für die Opfer von Menschenhandel, das nicht von ihrer Bereitschaft abhängt, gegen die Täter auszusagen.

Mit freundlichen Grüßen

Christina Kampmann

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