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Cem Özdemir
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Frage von Harald J. •

Wie stehen Sie zu dem Windpark im Rammert?

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Sehr geehrter Herr J.,


Ende Januar war ich bei den Stadtwerken Tübingen, habe die engagierten Menschen kennengelernt, die sich gerade darum kümmern, das Tübingen auch in Zukunft mit Wärme und Strom versorgt werden – und das in Zukunft klimaneutral. Beim Strom gibt es da sogar einen möglichen Win-Win.

Tübingen verbraucht heute rund 400 Gigawattstunden Strom im Jahr – drei Viertel wird importiert. Das heißt: Wertschöpfung findet bisher anderswo statt, Abhängigkeit bleibt bestehen. Der Windpark Rammert würde rund ein Drittel des heutigen Strombedarfs Tübingens klimaneutral decken und außerdem über Pachteinnahmen und die Beteiligung nach §6 EEG Geld in die Stadtkasse spülen. Das ist sogar ein dreifacher Gewinn – fürs Klima, für die Versorgungssicherheit und für die Stadtfinanzen.


Wir sind stark beim Ausbau der Photovoltaik. Aber Sonne allein reicht nicht – gerade im Winter nicht. Wenn wir aus Kohle und Atom aussteigen, dann müssen wir auch einsteigen: in Wind, in Sonne, in Speicher, in Netze. Alles andere wäre energiepolitisch unredlich.


Ich verstehe, dass nicht jede und jeder jubelt, wenn ein Windrad geplant wird. Natürlich braucht es sorgfältige Prüfungen zu Natur- und Artenschutz, zu Lärm und Abständen – und genau die finden statt. Aber mit dem Prinzip „Bei uns bitte nicht“ werden wir weder das Klima schützen noch unseren Standort sichern.

Der Windpark Rammert ist kein Symbolprojekt. Er ist ein Baustein dafür, dass Tübingen Verantwortung für den eigenen Energieverbrauch übernimmt – fürs Klima, für die regionale Wertschöpfung und für eine sichere Energieversorgung.


Wenn der interkommunale Windpark Rammert wirklich realisiert wird, dann kommt klimaneutraler Strom nach Tübingen.

Wir wollen unseren Wohlstand sichern. Wir wollen Klimaschutz ernst nehmen. Und wir wollen unabhängiger werden von fossilen Importen. Dann müssen wir auch bereit sein, die Energie dafür hier vor Ort zu erzeugen.


Mit freundlichen Grüßen

Cem Özdemir

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