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Frage von Kai R. •

Wieso ist die Psychotherapeutenausbildungsreform immer noch nicht umgesetzt?

2019 wurde, unter Jens Spahn als Gesundheitsminister, die Reform der Psychotherapeutenausbildung beschlossen. Diese an die Facharztausbildung angelehnte neue Weiterbildung ist bis heute nicht finanziert - was einen effektiven Ausbildungsstopp neuen Therapeuten bedeutet. Warum hat sich hier noch nichts getan? Oder muss befürchtet werden dass, wie so vieles andere auch, die psychotherapeutische Versorgung unter der CDU als nächstes ins Visier des Sozialstaatsabbaus gerät?

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Antwort von CDU

Sehr geehrter Herr R.,

haben Sie vielen Dank für Ihre über abgeordnetenwatch.de gestellte Frage zur Reform der Psychotherapeutenausbildung. Gerne nehme ich dazu Stellung.

Mit der 2019 beschlossenen Reform unter dem damaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wurde die Ausbildung grundlegend modernisiert und an die ärztliche Weiterbildung angelehnt. Das Direktstudium mit Approbation war ein wichtiger Schritt, um den Beruf zukunftsfest und attraktiver zu gestalten.

Richtig ist jedoch, dass die anschließende Weiterbildung bislang nicht flächendeckend finanziert ist. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Bund hierfür nur begrenzte Zuständigkeiten hat: Die Ausgestaltung der Weiterbildungen in den Heilberufen liegt verfassungsrechtlich bei den Ländern, die diese Aufgabe in der Regel an die Landespsychotherapeutenkammern übertragen haben.

Gleichwohl sind zuletzt Fortschritte erzielt worden. Mit der im Februar 2025 in Kraft getretenen Änderung der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte wurde die Beschäftigung von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Weiterbildung (PiW) in Praxen deutlich erleichtert, da Leistungen nun rechtssicher vergütet werden können. Das ist ein wichtiger Schritt, auch wenn weiterer Handlungsbedarf bleibt.

Die Befürchtung eines Sozialstaatsabbaus oder einer Schwächung der psychotherapeutischen Versorgung unter der CDU teile ich ausdrücklich nicht. Eine verlässliche und bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil unseres Gesundheitssystems. Ziel bleibt es, die Reform weiter praktikabel auszugestalten und die Arbeitsbedingungen für angehende Therapeutinnen und Therapeuten zu verbessern.

Für einen weiteren Austausch stehe ich Ihnen gerne im Rahmen meiner Bürgersprechstunde zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Simon

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