Portrait von Bernhard Seidenath
Bernhard Seidenath
CSU

Frage an Bernhard Seidenath von Jreare Fhpul

09. Mai 2014 - 10:15

Sehr geehrter Herr Seidenath,

als überzeugter Europäer muss ich Ihnen die Frage stellen: Wie kann es sich de CSU leisten Bayern als Insel der Glückseligkeit zu sehen und ein klares Ja zur EU zu verweigern?
Natürlich ist es schwierig, so viele Staaten unter einen Hut zu bekommen, aber bisher hat es doch ganz gut funktioniert. Denkt man daran, dass manchmal schon zwei Parteien zu keinem Ergebnis kommen.
Oder denkt man an die Energiewende, bei der Herr Seehofer wie ein kleiner trotziger Junge auf den Boden stampft und schreit: Nein, Stromtrassen wollen wir nicht! Und wenn es irgendwie machbar ist, auch keine Windräder!
Bedauerlicherweise hat er da wohl noch nicht kapiert um was es wirklich geht. Die Energiewende ist ein allumfassendes Projekt, eine Art Marshallplan für unsere Zukunft, ein Wegweiser für den ganzen Globus.
Heute las ich einen Kommentar in der Presse mit der Überschrift: Die Stromversorgung ist keine Folklore. Mehr muss da gar nicht gesagt werden.
Man sollte nur sehen: Windräder und Stromtrassen sind eine vorübergehende Erscheinung und genau so schnell wieder verschwunden wie seinerzeit gebaut. Die Energieversorgung seht in zwei, drei Jahrzehnten sicher komplett anders aus. Die Menschen bleiben in ihrer Entwicklung nie stehen - es sei denn, sie heißen Seehofer oder sind in der CSU.

Werner Suchy

Frage von Jreare Fhpul
Antwort von Bernhard Seidenath
10. Mai 2014 - 20:09
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 9 Stunden

Sehr geehrter Herr Suchy,

für Ihre Mail danke ich Ihnen, auch wenn Sie am Ende etwas polemisch werden. Ich kann hier klar feststellen: Die CSU und ich persönlich sagen Ja zu Europa! Europa ist für uns eine Werte-, Rechts- und Wirtschaftsgemeinschaft. Für den inneren Zusammenhalt Europas – sowohl wirtschaftlich, politisch als auch kulturell und ideell – ist die EU unverzichtbar. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Denn Bayern liegt im Herzen Europas. Wir müssen und werden in Europa auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Denn Bayern braucht Europa und Europa braucht Bayern. Die CSU steht für ein Europa mit Zukunft, für eine solide Währung, für stabile Finanzen wie im Freistaat Bayern ersichtlich, für wirtschaftliche Stärke und sichere Arbeitsplätze. Die CSU steht für ein besseres Europa, nicht für mehr Europa. Kurz gesagt: Die CSU steht für eine starke Vertretung der bayerischen Interessen im Bund und in Brüssel.

Darüber hinaus steht die CSU und auch ich persönlich zur Energiewende. Die Jugend der Welt blickt gerade gebannt auf Deutschland, ob wir als hochindustrialisiertes Land den Ausstieg aus der Kernenergie hinbekommen. Die anderen Ländern wollen von unserem Know-How profitieren, wir sind hier Vorreiter und uns dieser Stellung auch bewusst.
Lassen Sie mich hierzu aus der Regierungserklärung unseres Ministerpräsidenten Horst Seehofer zitieren, die er am 12. November 2013 vor dem Bayerischen Landtag gehalten hat: "Ein Pilotprojekt für die Nachhaltigkeit ist der Aufbruch in das neue Energiezeitalter. Wegen dieser großen Bedeutung haben wir alle Energiefragen in einem Energieministerium gebündelt. Sicher, bezahlbar und sauber – dies sind unsere energiepolitischen Leitlinien. Schon heute wird ein Drittel des bayerischen Strombedarfes mit Erneuerbaren Energien gedeckt. Wir steigern diesen Anteil bis 2018 auf 40 Prozent. Unser Ziel ist: Wir machen Bayern zur führenden Region in der Energietechnologie und in der dezentralen Energieversorgung. Damit halten wir Wertschöpfung im Land. Wichtige Entscheidungen stehen im Bund an: Reform des EEG, Bau der Übertragungsnetze und Sicherung der Grundlastfähigkeit für Kraftwerke. Bayern wird die Entscheidungsprozesse intensiv begleiten. Den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien wollen wir im Einklang mit Mensch und Natur gestalten. Der Dialog mit den Bürgern ist hier von zentraler Bedeutung. Bayern ist Schrittmacher bei der Energieforschung und Energietechnologie. Schwerpunkte sind der Energie Campus Nürnberg und die TU München. Ich nenne auch das Zentrum für Angewandte Energieforschung: In Erlangen werden Solarzellen aus dem Drucker entwickelt – eine Revolution für die Energie- und Umwelttechnologie. In Hof und Arzberg wird das dezentrale Energiesystem der Zukunft entwickelt. Bayern geht voran: Mit unserem Zehntausend-Häuser-Programm unterstützen wir Bürger, die bei sich zuhause in innovative Lösungen für die Erzeugung, die Speicherung und das intelligente Management von Energie investieren. Energieautarke Haushalte – das ist unser Ziel. Energiesparen ist die beste Vorsorge. Bei der Gebäudesanierung muss der Staat Vorbild sein. Hier rentiert sich jeder Euro! Die Welt schaut auf Bayern und Deutschland. Wir sind Pioniere beim Umbau der Energieversorgung. Wir können tatsächlich Geschichte schreiben. Lassen Sie uns alle dazu beitragen!"
Damit ist alles gesagt. Ich hoffe, Ihnen hiermit etwas weitergeholfen zu haben, und grüße Sie - mit guten Wünschen - freundlich

Ihr
Bernhard Seidenath