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Bernd Sibler
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Frage an Bernd Sibler von Tobias S. bezüglich Bildung und Erziehung

Sehr geehrter Herr Sibler,
ich studiere zurzeit im vierten Semester und habe aufgrund der Coronapandemie seit rund eineinhalb Jahren keine Lehrveranstaltung an der Uni besuchen dürfen. Gerade läuft das dritte Online-Semester in Folge und es gibt keine Aussicht auf baldige Präsenzveranstaltungen, somit werde ich nach diesem Semester dreiviertel meiner bisherigen Studienzeit online verbracht haben.
Ähnlich geht es dem Großteil der fast drei Millionen Studierenden in Deutschland, davon rund 400 000 allein in Bayern, das Studium findet nur noch digital statt, ohne persönlichen Kontakt und mit nur eingeschränktem Zugang zu wichtigen Medien in den Bibliotheken. Ohne Zweifel müssen Studierende und junge Menschen im Allgemeinem große Einschränkungen hinnehmen. Dabei fühlen sich viele, mich inbegriffen, von der Politik im Stich gelassen und im öffentlichen Diskurs vergessen. Seit nunmehr annähernd eineinhalb Jahren gibt es keine nennenswerten Lockerungen hinsichtlich Präsenzlehre für den Großteil der Studierenden, viele Studierende haben noch keinen Hörsaal von ihnen gesehen und für die restlichen ist der letzte Besuch einer Präsenzvorlesung lange her, ich selbst konnte im Januar 2020 zuletzt eine Vorlesung besuchen. Ihr Ministerium ist auch für die Hochschulen in Bayern zuständig, deswegen möchte ich ihnen ein paar Fragen zu diesem Thema stellen. Ich möchte sie bitten dabei auch an ihr eigenes Studium zu denken und zu überlegen, ob die Erfahrung, die sie dabei gesammelt haben, durch ein Online-Studium würdevoll ersetzt werden könnten.
Präsenzveranstaltungen an Hochschulen sind derzeit bis auf wenige Ausnahmen verboten, wird es in nächster Zeit auch in diesem Bereich zu Lockerungen kommen? Wenn nein, was sind die Gründe dafür? Warum können Hochschulen nicht mit ähnlichen Hygienekonzepten und Tests wie etwa an Schulen zumindest teilweise öffnen? Ist ein Impfangebot speziell für Studierende vorgesehen ähnlich wie es für Schüler geplant ist?
Mit freundlichen Grüßen,

Frage von Tobias S. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat 3 Wochen

Sehr geehrter Herr Schilcher,

ich danke Ihnen sehr für Ihre Fragen.

Am 4. Juni 2021 haben wir im Bayerischen Kabinett einen gezielten Öffnungsschritt für die Hochschulen in Bayern beschlossen. Wir haben damit ermöglicht, dass z. B. Hybridveranstaltungen und Veranstaltungsformate, die auf Austausch, Vernetzung und Diskurs an den Hochschulen ausgerichtet sind, durchgeführt werden können. Es freut mich sehr, dass wir schon im Sommersemester diesen wichtigen Schritt auf dem Weg der Rückkehr auf den Campus gehen konnten. Mit den erweiterten Möglichkeiten für freiwillige, ergänzende Präsenzveranstaltungen wollen wir eine Brücke in das kommende Wintersemester bauen, in dem die Präsenzlehre an den Hochschulen möglichst wieder der Regelfall sein soll. Mein Ziel ist es, die Einschränkungen im Hochschulbetrieb nach und nach alle aufheben zu können.

Die Bayerische Staatsregierung hat am 29. Juni 2021 auf meine Initiative hin beschlossen, die Studentinnen und Studenten mit zielgerichteten Impfaktionen in die Bayerische Impfstrategie einzubeziehen. Mit der geplanten Impfaktion setzen wir als Wissenschaftsstandort Bayern ein deutliches Zeichen: Wir tun alles dafür, dass unsere Studentinnen und Studenten im kommenden Wintersemester wieder möglichst normal am Hochschulbetrieb teilhaben können. Wir wollen mehr Präsenz – bei weiterhin bestmöglichem Gesundheitsschutz.

Seien Sie sicher: Ich werde mich auch weiterhin dafür stark machen, dass die Studentinnen und Studenten in Bayern trotz der COVID-19-Pandemie möglichst nachteilsfrei und erfolgreich ihr Studium fortführen und abschließen können.

Informationen zum Hochschulbetrieb in Bayern während der COVID-19-Pandemie finden Sie auch auf unserer Webseite: www.stmwk.bayern.de (unsere Online-FAQ unter: www.stmwk.bayern.de/corona).

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bernd Sibler

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