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Bernd Rützel
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Frage von Sascha L. •

Sollte die von der Rentenkommission empfohlene Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung für alle gleich gelten, oder braucht es Ausnahmen?

Sehr geehrter Herr Rützel,

Sie haben als Ausschussvorsitzender in der Bundestagsdebatte vom 26.6.2026 das Rentensystem grundsätzlich verteidigt. Die Rentenkommission empfiehlt eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung; die politische Umsetzung ist noch offen. Eine DGB-Auswertung von rund 28.000 Beschäftigten zeigt deutliche Unterschiede je Berufsgruppe: Während insgesamt 40 Prozent der Beschäftigten nicht glauben, bis zur Rente durchzuhalten, sind es in der Krankenpflege 71 Prozent und in der Altenpflege 67 Prozent. Sollte eine solche Kopplung umgesetzt werden: würde sie aus Ihrer Sicht für alle Beschäftigten gleichermaßen gelten, oder braucht es Ausnahmen für besonders belastende Berufe?

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr L.,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich bin ganz grundsätzlich nicht für eine Anhebung der Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rente.

Als die Rente mit 67 im Jahre 2007 beschlossen wurde, ging man davon aus, dass die Menschen ganz schnell immer älter werden. Das ist so nicht eingetreten. Das Rentenalter ist stärker gestiegen als die Lebenserwartung. Dieser Effekt muss aus meiner Sicht erst einmal aufgeholt und ausgeglichen sein, bevor das Renteneintrittsalter weiter erhöht wird.

Es ist nicht automatisch klar, dass wir immer länger arbeiten müssen. Wer heute prophezeit, dass im Jahr 2041 die Lebenserwartung um ein Jahr gestiegen sein wird, kann genauso daneben liegen wie diejenigen, die vor 20 Jahren ihre Prognosen aufgestellt haben. Die Wirklichkeit belehrt uns oft eines Besseren. 

Eine Unterscheidung nach Branchen mache ich da nicht. Menschen, die 45 oder 50 Jahre in der Verwaltung oder im Einzelhandel tätig sind, haben anders, aber vielleicht genauso hart gearbeitet wie ein Dachdecker oder ein Arbeiter auf dem Bau. Jeder Beruf hat seine eigenen Stressfaktoren.

Was mir wichtig ist: Niemand soll erst wirklich krank sein, um in den Ruhestand zu gehen. Ich möchte, dass die Beschäftigten möglichst gesund die Rente erreichen.

Freundliche Grüße

Bernd Rützel

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