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Bärbel Bas
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Frage von Philip K. •

Demografische Absurdität: Babyboomer in Rente, Geburtenrate bei 1,3 – wie soll das Umlagesystem mit immer weniger Beitragszahlern die Renten sichern?

Als junger Mensch in meinen 20ern sehe ich das Umlagesystem als absurd: Die geburtenstarken Babyboomer gehen in Rente, bei nur 2,15 Erwerbstätigen pro Rentner (sinkend auf 1,5 bis 2030 und 1,3 bis 2050), und einer Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Frau, die die nächste Generation verkleinert und das System stärker belastet. Meine Generation leistet hohe Beiträge für aktuelle Rentner, während unser Rentenniveau durch Demografie und steigende Abgaben sinkt, Altersarmut fördert und Vertrauen untergräbt; eine Kette, die durch niedrige Geburten eskaliert. Wie stellen Sie sich das Rentensystem in 20 Jahren vor: Primär umlagefinanziert, oder mit kapitalgedeckten Elementen zur Verringerung der Belastung junger Generationen, und was ist die konkrete Alternative ohne Kapitaldeckung, damit wir aktuelle Rentner versorgen können, ohne das System für uns und unsere Kinder unhaltbar zu machen?

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Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr K.,

vielen Dank für Ihre Frage. Da Sie sich auf meine Aufgaben als Bundesministerin für Arbeit und Soziales beziehen, antworte ich Ihnen nicht in meiner Funktion als Abgeordnete, sondern als Mitglied der Bundesregierung sowie dank der Zuarbeit der Bundesverwaltung: 

Die Bundesregierung hat sich für diese Legislaturperiode in einem ersten großen Schritt auf eine Rentenreform mit sechs Bausteinen verständigt. Vier Bausteine wurden bereits beschlossen: Das Rentenpaket 2025 mit der Verlängerung der Haltelinie bis 2031 und der Vollendung der Mütterrente, das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz sowie die Aktivrente. Daneben wurde auch eine Reform der privaten Altersvorsorge und die Eckpunkte für die Frühstartrente im Kabinett beschlossen. Darüber hinaus hat die Bundesregierung im Dezember 2025 die Alterssicherungskommission eingesetzt. Sie soll weitere Vorschläge zur Alterssicherung erarbeiten. Dazu befasst sich die Kommission mit der zukünftigen nachhaltigen Sicherung und Fortentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung und der betrieblichen sowie der privaten Altersvorsorge. Dabei wird sie sich auch mit den von Ihnen aufgeworfenen Auswirkungen der Demografie beschäftigen. Die Kommission soll der Bundesregierung zum Ende des zweiten Quartals 2026 ihre Vorschläge vorlegen. 

Den Ergebnissen der Kommission möchte ich nicht vorgreifen. Bitte haben Sie deshalb Verständnis dafür, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt zu weiteren Einzelheiten und Maßnahmen keine Auskunft geben und die von Ihnen übermittelten Fragestellungen hier auch nicht näher bewerten kann. 

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass Sie selbstverständlich die Möglichkeit haben, auch auf direktem Weg mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales Kontakt aufzunehmen. Alle Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: https://www.bmas.de/DE/Service/Kontakt/kontakt.html.

Mit freundlichen Grüßen

Bärbel Bas

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