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Antje Kapek
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Frage von Eva L. •

Was tun Sie zum Erhalt des SEZ?

Während der Senat beim stillgelegte ICE seit Jahren nach einer Lösung sucht, soll das SEZ im Osten Berlins mit wenig Lösungsansätzen abgerissen. Das SEZ ist einmalig und könnte unter kulturelles Erbe der DDR gestellt werden und ist genau an dieser Ecke, die sehr trostlos ist, sehr wichtig.

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Sehr geehrte Frau L.

haben Sie herzlichen Dank für Ihre Frage. Ich selber kenne das SEZ noch aus meiner Jugend. Das SEZ ist eines der bedeutendsten Symbole des Berliner Ostens und ein Wahrzeichen Friedrichshains - einem Stadtteil, dem es massiv an Sport- und Erholungsflächen fehlt. Da ist es absolut unverständlich, dass der Senat hier bestehende Gebäude, die weitestgehend intakt sind, abreißen möchte und das bevor es eine parlamentarische Debatte hierzu gab.

Wir Grünen kritisieren den Umgang des Senats mit dem SEZ bereits seit Langem. Besonders unverständlich ist, dass sich der Senat bislang einer wirklich offenen und ergebnisoffenen Diskussion über den Erhalt des SEZ entzieht. Die von der WBM vorgelegte Machbarkeitsstudie hat die Option eines Erhalts sowie die Frage, wie sich Wohnungsbau und der Fortbestand des SEZ miteinander verbinden lassen, von vornherein ausgeschlossen. Dies halten wir für einen falschen Ansatz – insbesondere vor dem Hintergrund, dass verschiedene Entwürfe zeigen, dass entsprechende Lösungen durchaus möglich sind.

Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem Beschluss des Bebauungsplans im Jahr 2018 grundlegend verändert. Hinzu kommt, dass ein Abriss auch aus ökologischer Perspektive sowie mit Blick auf einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen nicht vertretbar ist.

Als Grüne setzen wir uns seit Langem für eine neue Machbarkeitsstudie ein, die den Erhalt des SEZ ausdrücklich zum Ziel hat. Bis zu deren Durchführung dürfen keine irreversiblen Entscheidungen getroffen werden. Es ist an der Zeit, neu zu bewerten, welche städtebauliche Lösung den heutigen Anforderungen am besten entspricht.

Zum Gück hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg jetzt erneut einen Abrissstopp für das SEZ verhängt. Der erneute Abrissstopp ist richtig und verschafft Zeit, um das SEZ zu retten. Dieses Zeitfenster muss jetzt von allen genutzt werden, um die Alternativ- und Kompromissvorschläge ernsthaft zu prüfen. Eine Rettung des SEZ ist möglich. Es wäre ein großes Signal für den Erhalt wichtiger Sport- und Freizeitangebote in Friedrichshain sowie für einen verantwortungsvollen Umgang mit bestehender Infrastruktur. Zugleich zeigen neue Vorschläge, dass auch die geplante Anzahl an Wohnungen erreichbar bleibt. Jetzt müssen alle Beteiligten eine tragfähige Lösung ermöglichen.

Mit herzlichen Grüßen

Antje Kapek

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