Hallo Herr Rainer, warum sind Sie gegen eine Zuckersteuer zum Schutz der Bevölkerung? Glauben Sie ernsthaft, dass gewinnorientierte Konzerne wie Nestle Interesse daran haben, das selbst zu regulieren?
Sehr geehrter Herr K.,
wir haben uns im Koalitionsvertrag darauf verständigt, keine Steuern erhöhen zu wollen. Zudem zeigt ein Blick auf jene Länder, die bereits eine solche Steuer eingeführt bzw. mangels Erfolg sogar wieder abgeschafft haben, dass eine Zuckersteuer kaum spürbare Verbesserungen für die öffentliche Gesundheit bringt. Auch ist fraglich, ob eine künstliche Verteuerung von Zucker, die dazu führt, dass vermehrt Süßstoffe eingesetzt werden, wirklich zielführend ist.
Das Max Rubner-Institut (MRI) führt im Rahmen der Nationalen Reduktionsstrategie ein engmaschiges, umfassendes Produktmonitoring durch, um die Entwicklung der Zusammensetzung von verpackten verarbeiteten Lebensmitteln des Lebensmitteleinzelhandels über die Zeit zu erfassen. Am 2. Juli 2025 wurden die Ergebnisse für 2024 veröffentlicht, sie zeigen Fortschritte bei einigen Lebensmittelgruppen. So wurden beispielsweise die von der Wirtschaft selbst gesteckten Ziele zur Zuckerreduktion in Erfrischungsgetränken praktisch erreicht. Wie in den vergangenen Erhebungen weisen Produkte mit Kinderoptik im Vergleich zur jeweiligen Gesamtstichprobe mehrheitlich ähnliche oder niedrigere Energie- und Nährstoffgehalte auf. Den vollständigen Bericht finden Sie unter diesem Link auf der Homepage des BMLEH: BMLEH - Reduktionsstrategie - Ergebnisse des Produktmonitorings des Max Rubner-Instituts
Ich halte unsere Nationale Reduktionsstrategie für den besseren Weg. Wir setzen als Bundesregierung darüber hinaus auf Aufklärung, Prävention und eine gute Ernährungsbildung.
Freundliche Grüße
Alois Rainer

