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Frage von Horst U. •

Frage an Wolfgang Vogel von Horst U. bezüglich Bildung und Erziehung

Im SPD-Landtags--Wahlprogramm heißt es
"Mittelfristig werden wir das dreigliedrige Schulsystem überwinden und dafür sorgen, dass passgenaue regionale Schulkonzepte mit einem vielfältigen Angebot an Schulab-schlüssen vor Ort entwickelt werden können. Wir werden pädagogisch anerkannte integrierte Schulformen als Alternative zum dreigliedrigen Schulwesen fördern und längere gemeinsame Schulzeiten umsetzen."

Dazu meine Frage als Gymnasiallehrer: Müssen wir nach allen Einschnitten der letzten Jahre bei einem Wahlsieg der SPD mit weiteren "Umbauten" des Gymnasiums rechnen? Wenn ja, welche sind das?

Portrait von Wolfgang Vogel
Antwort von
SPD

Sehr geehrter Herr Utz,

nach einem Wahlsieg wird die SPD ihre Vorstellungen zu einer Bildungs- und Schulreform – anders als z.B. die CSU beim G8 – nicht überfallartig, überhastet und konzeptionslos umsetzen, sondern unter Beteiligung aller Akteure im Bildungssystem voranbringen.

Der Unmut vieler Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, vieler Schülerinnen und
Schüler über die Verhältnisse an unseren Schulen ist groß und berechtigt.

Die Menschen spüren nämlich ganz genau, dass das bayerische Bildungswesen in
den letzten Jahren erheblich an Leistungsfähigkeit eingebüßt hat.
• weil die Klassen zu groß sind,
• weil es zu wenig individuelle Förderung gibt,
• weil zu wenig Lehrerinnen und Lehrer da sind und
• weil es eine viel zu scharfe Auswahl gibt, die jungen Menschen den Bildungsabschluss vorenthält, den sie eigentlich aufgrund ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten erreichen könnten.

Die Folgen dieser Versäumnisse sind nicht mehr zu übersehen, und sie sind auch nicht länger hinzunehmen. Hier gilt es anzusetzen.

Gute Bildung duldet keinen Aufschub. Und gute Bildung kostet Geld. Wir wollen in gute Bildung investieren. 1 Milliarde Euro in vier Jahren. Damit Bildung bedarfsgerecht und nachhaltig finanziert werden kann. Damit Unterricht stattfindet und weiterentwickelt werden kann. Damit in einer Klasse nicht mehr als 25 Kinder sitzen. Damit Schule feststellt, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Kinder liegen, und individuell fördert. Damit echte Ganztagsschulen eingerichtet werden können. Für mehr Zeit zum Lernen. Für die Entlastung der Familien vom Schulstress.
Das ist das Notfallprogramm.
Wir wollen weitergehen. Zu passgenauen regionalen Schulkonzepten mit einem vielfältigen Angebot an Schulabschlüssen vor Ort. Das „Sitzenbleiben“ abschaffen. Und wir wollen an Reformschulen die längere gemeinsame Schulzeit erproben.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Vogel