Wie stehen Sie zu der Aussage unseres Bundeskanzlers zum Stadbild in unseren Städten? Ich verstehe ihn so, dass ihn Menschen mit Migrationshintergrund stören. Richtig?
"Herr Merz hat bislang nicht erklärt, was er mit seiner Aussage stattdessen ausdrücken wollte. Von daher: Ja. Mein Eindruck ist, dass er mit solchen Stellungnahmen versucht, die vermeintliche Sehnsucht nach einer guten alten Zeit zu bedienen – einer Zeit, in der nichts Fremdes "störte". Nur: Diese Zeit hat es so nie gegeben."
https://katholisch.de/artikel/65064-jesuit-die-aussage-von-herrn-merz-ist-absurd-und-gefaehrlich
Vielen Dank für Ihre Frage.
Zunächst hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Aussage nicht erklärt oder gemeint, dass Menschen mit Migrationshintergrund grundsätzlich ein „falsches“ Stadtbild darstellen oder unerwünscht seien. Darüber wurde bereits ausführlich in der Debatte gesprochen. Er hat stattdessen auf gesellschaftliche Entwicklungen hingewiesen, die viele Bürgerinnen und Bürger beschäftigen – etwa Integrationsdefizite, wachsende Parallelstrukturen oder sicherheitsrelevante Probleme in einigen Großstädten.
Pauschale Urteile über Menschen mit Migrationshintergrund lehne ich ebenso wie die CDU insgesamt ab. Viele von ihnen leisten seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag für unser Land – in Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und im Ehrenamt. Sie sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft
Gleichzeitig gilt: Integration muss gefordert und gefördert werden. Wo Regeln nicht eingehalten werden, der Rechtsstaat herausgefordert wird oder Parallelgesellschaften entstehen, müssen Politik und Behörden konsequent handeln. Dafür steht die CDU: klare Regeln, klare Erwartungen an Integration und eine konsequente Durchsetzung des Rechtsstaats.
Zuwanderung kann und soll gelingen, aber sie braucht klare Leitplanken, Steuerung und Orientierung an unseren Werten. Es geht nicht darum, Menschen pauschal zu beurteilen, sondern konkrete Missstände zu benennen und zu lösen – damit Sicherheit, Zusammenhalt und gegenseitiger Respekt erhalten bleiben.

