Ute Vogt
SPD
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Frage von Avpbynv Oenha an Ute Vogt bezüglich Umwelt

# Umwelt 17. Juli. 2019 - 00:37

Liebe Frau Vogt,

Der Klimawandel ist langfristig gesehen das größte Problem der Menschheit. Gegenmaßnahmen, z.B. Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen oder autofreie Sonntage sind bekannt, dennoch werden diese nicht eingeführt. Natürlich kann man wirtschaftliche Interessen, Wählerstimmen o.ä. anführen. Das Problem hierbei ist, dass es der Natur ziemlich egal ist, sie schlägt trotzdem zurück. Warum werden denn gerade keine autofreien Sonntage mehr eingeführt? Das gab es ja schon einmal und wir haben es sogar, es muss ein Wunder gewesen sein, überlebt.

Viele Grüße,
Braun

Von: Avpbynv Oenha

Antwort von Ute Vogt (SPD) 19. Juli. 2019 - 16:40
Dauer bis zur Antwort: 2 Tage 16 Stunden

Sehr geehrter Herr Oenha,

danke für Ihre Frage.

Sie haben recht, der Klimawandel stellt uns vor eine der größten Herausforderungen der jüngeren Geschichte. Und ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung schädlicher Klimagase ist der Individualverkehr mit dem Auto. Sicherlich kann mit besserer Technik ein niedrigerer Kraftstoffverbrauch und damit geringere Abgaswerte erzielt werden, aber dieser Effekt wurde in der Vergangenheit stets durch die stärkere Motorisierung der Fahrzeuge kompensiert.

Auch Elektro-, Erdgas- oder Wasserstofffahrzeuge sind ein Ansatzpunkt. Allerdings sind hier immer auch die bei der Produktion entstehenden Emissionen mitzubedenken. Auch die Digitalisierung und das Autonome Fahren sowie Car-Sharing oder Fahrdienste sind sinnvolle Ansatzpunkte, um den Verkehrsbereich klimaschonender zu gestalten. Autofreie Sonntage wie zu Zeiten der Ölkrise und ein Tempolimit auf Autobahnen hätten sicherlich ebenso einen positiven Einfluss.

Allerdings sehe ich für eine grundlegende Verbesserung im Bereich der Mobilität den besten Ansatzpunkt darin, den ÖPNV weiter auszubauen und attraktiver zu machen. Vergleicht man dessen Treibhaus-Emissionen mit anderen Verkehrsmitteln, so hat der ÖPNV – und hier insbesondere die Schiene – deutlich die besten Werte. Hier gilt es, weiter zu investieren, um den Ausbau voranzutreiben und die Attraktivität weiter zu steigern. Optimal wäre ein stark vernetztes und kostenfreies ÖPNV-System. Damit könnte es möglich sein, dass die Bürgerinnen und Bürger ihren Mobilitäts-Schwerpunkt freiwillig weg vom Individualverkehr hin zum ÖPNV verlagern.

Am Ende könnte eine Verkehrslösung stehen, bei der möglichst viele unterschiedliche Angebote unkompliziert kombiniert werden können, Fahrrad und Bahn zum Beispiel oder Car-Sharing als Zubringer zur Bahn und ähnliches. Und in Städten wie Stuttgart, in denen Steillagen vorkommen, könnte auch die Investition in unorthodoxe Verkehrssysteme wie eine Seilbahn sinnvoll sein.

Herzliche Grüße
Ute Vogt