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Urban Mangold
ÖDP

Frage an Urban Mangold von Znegva Xyrva bezüglich Familie

26. August 2008 - 19:37

Sehr geehrter Herr Mangold,

in Ihrem Programm fordern Sie 1.000€ Erziehungsgehalt um die Erziehungsarbeit der Familien zu stärken und eine echte Wahlfreiheit zwischen Eigen- und Fremdbetreuung zu ermöglichen. Die Idee finde ich sehr gut, aber woher will die ödp das Geld dafür nehmen?

Viele Grüße Martin Klein

Frage von Znegva Xyrva
Antwort von Urban Mangold
27. August 2008 - 14:19
Zeit bis zur Antwort: 18 Stunden 42 Minuten

Sehr geehrter Herr Klein,

die Kosten des von der ödp vorgeschlagenen Erziehungsgehalts sind bei weitem nicht so hoch wie es auf den ersten Blick erscheint, da es sich zum Teil selbst finanziert:

Die ödp favorisiert nämlich, das Erziehungsgehalt als steuer- und sozialversicherungspflichtiges Einkommen zu auszuzahlen. Dadurch erhalten Familien mit geringerem Einkommen mehr netto als Familien, die aufgrund ihres Einkommens in einer höheren Steuerprogression sind. Und zugleich erwirbt die erziehende Person einen Rentenanspruch aus der Erziehungsarbeit.

Außerdem soll das Erziehungsgehalt nicht zusätzlich zu den staatlichen Transferleistungen wie Arbeitslosengeld 2 und Sozialhilfe geleistet, sondern hierauf angerechnet werden. Es entstehen also direkte Einsparungen bei diesen Ausgaben und indirekte durch Reduzierung des Verwaltungsaufwands. Alleinerziehenden Müttern bliebe dann der Weg zur Sozialbehörde erspart.

Das Erziehungsgehalt wird auch die Arbeitslosigkeit reduzieren, weil neue Arbeitsplätze in Haushalten und Einrichtungen entstehen (Tagesmütter, Haushaltshilfen, Erzieherinnen ...).

Die Kaufkraft der Familien wird steigen. Und die Familien geben ihr Geld überwiegend im Inland aus, während Personen ohne Kinder im Durchschnitt mehr Geld für Fernreisen verwenden oder im Ausland anlegen.

Und bitte nicht vergessen: Die Krippenplätze kosten die öffentliche Hand ja nicht weniger - nach den Berechnungen des Familienbundes der Katholiken 1000 Euro pro Kind und Monat, wenn alle anfallenden Kosten berücksichtigt werden. Wäre es da nicht viel gerechter das Geld den Eltern direkt zu geben! Sie sollen dann selbst entscheiden, ob ein Elternteil mit Hilfe des Erziehungsgehalts befristet aus dem Erwerbsleben ausscheidet oder ob die 1000 Euro für eine öffentliche Betreuung ausgegeben werden.

Noch etwas: Wenn man bedenkt, dass die heute Erziehenden materiellen Verzicht akzeptieren und die Basis dafür schaffen, dass die späteren Rentner eine gesetzliche Rente erhalten, muss man das Erziehungsgehalt auch unter einem Gerechtigkeitsaspekt sehen. Die Familien werden leider schon viel zu lange benachteiligt.

Mit freundlichen Grüßen
Urban Mangold