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Stella Merendino
Die Linke
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Frage von Berta H. •

Pflegereform: Wie wollen Sie pflegende Angehörige und Menschen mit Seltenen Erkrankungen stärken?

Sehr geehrte Frau Merendino, ich bin 77 Jahre alt, pensionierte Krankenschwester und habe meinen an Epidermolysis bullosa (EB) erkrankten Ehemann 48 Jahre lang zu Hause gepflegt. Am 9. März 2026 habe ich hierzu eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht (Az. Pet 3-21-11-2171-013296) mit dem Ziel, EB in der Versorgungsmedizin-Verordnung und der Heilmittel-Richtlinie ausdrücklich zu berücksichtigen. Wie werden Sie im Gesetzgebungsverfahren sicherstellen, dass Menschen mit Seltenen Erkrankungen beim Pflegegrad und bei Leistungsentscheidungen angemessen berücksichtigt werden, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie Pflegegeld erhalten und tatsächlich verfügbar bleiben, pflegende Angehörige rentenrechtlich besser abgesichert und Young Carers stärker unterstützt werden? Wie soll verhindert werden, dass weitere Leistungskürzungen die häusliche Pflege schwächen und dadurch langfristig höhere Kosten für das Gesundheitswesen entstehen?

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Antwort von Die Linke

Vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie uns an Ihren langjährigen Erfahrungen bei der Unterstützung Ihres Ehemanns teilhaben lassen. 

Es ist ein strukturelles Problem, dass das Sozial- und Gesundheitssystem die spezifische Lebensrealität von Menschen mit seltenen Erkrankungen und deren Angehörigen oft unzureichend berücksichtigt. 

Die Fraktion Die Linke setzt sich nachdrücklich dafür ein, dass der konkrete Hilfebedarf in den Mittelpunkt rückt – unabhängig davon, wie verbreitet eine Erkrankung ist. Die Begutachtung muss den realen Pflegeaufwand abbilden. Zudem müssen Entlastungsleistungen wie die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege verlässlich abrufbar sein. Ansprüche auf dem Papier nützen wenig, wenn es vor Ort an Angeboten fehlt oder bürokratische Hürden die Nutzung erschweren. 

Notwendig sind daher ein gezielter Ausbau der pflegerischen Infrastruktur sowie eine solide Finanzierung durch eine solidarische Pflegevollversicherung, in die alle einzahlen und bei der alle Einkommensarten berücksichtigt werden. Da pflegende Angehörige den Hauptteil der Versorgung tragen, dürfen sie dadurch nicht finanziell ins Hintertreffen geraten oder beruflich und privat übermäßig zurückstecken müssen. Eine verbesserte rentenrechtliche Absicherung und eine gezielte Unterstützung von pflegenden Kindern und Jugendlichen sind hierbei wesentliche Bausteine.

Geplante Leistungskürzungen im Pflegebereich sind vor diesem Hintergrund der falsche Weg. Eine verlässliche häusliche Pflege sichert Lebensqualität und wendet oft stationäre Aufnahmen oder Krankenhausaufenthalte ab. Dass dies nicht nur menschlich geboten, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll ist, betonen auch der Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege sowie der Medizinische Dienst regelmäßig.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurde kürzlich von der Linken ein entsprechender Antrag im Deutschen Bundestag eingebracht:

Vielen Dank, dass Sie dieses dringliche Thema öffentlich machen. Wir wünschen Ihrer Petition viel Aufmerksamkeit und den verdienten Erfolg für Ihr Anliegen.

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