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Sebastian Czaja
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Wie begründen Sie Tierwohl von Stallgröße zu trennen, wenn es bei Tierwohl auch um Bewegungsfreiheit geht? (sehen Sie Wahlprogramm S. 61)

In Ihrem Wahlprogramm schreiben Sie: "…Tierwohl ist keine Frage der Stallgröße, sondern des Zustands des einzelnen Tieres" (S. 61).

Frage von Lucie W. am
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Antwort vom
Zeit bis zur Antwort: 1 Tag 4 Stunden

Sehr geehrte Frau W.,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne beantworte.

Wenn Sie den ganzen Absatz zum Thema „Tierwohl“ im aktuellen Wahlprogramm lesen, ergibt sich die Beantwortung der Frage fast von selbst. Denn dort erklären wir „Tierschutz und Tierwohl“ als Selbstverständlichkeit, setzen uns für eine „verantwortungsvolle Haltung“ ein und sprechen uns für eine schrittweise Überwindung der „überholten Anbindehaltung“ aus. In diesem Kontext ist auch der Satz zu verstehen: „Für uns ist Tierwohl keine Frage der Stallgröße, sondern des Zustands des einzelnen Tieres.“ Denn die Stallgröße allein ist kein Garant für ausreichend Bewegung.

Ein europaweites Tierwohllabel, das einfach, transparent und verpflichtend ist und auf europaweit einheitlichen Tierschutzstandards basiert, dürfte da wesentlich hilfreicher sein, zumal wenn diese - wie von uns vorgeschlagen - regelmäßig und mindestens alle fünf Jahre kontrolliert werden.

Zur Veranschaulichung und Nachvollziehbarkeit gebe ich nachfolgend den entsprechenden Absatz aus unserem Wahlprogramm in Gänze noch einmal wieder:

Europaweites Tierwohllabel für Transparenz und verantwortungsvolle Haltung 

Wir Freie Demokraten treten für eine verantwortungsvolle Haltung von Nutztieren ein. Dabei setzen wir auf rechtsstaatliche Kontrollen und wirksame Modernisierungsschritte in der Tierhaltung, die auch kleine und mittlere Betriebe mitgehen können. Damit auch die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf tierischer Erzeugnisse Verantwortung übernehmen können, müssen Haltungsbedingungen klar erkennbar sein. Um das zu gewährleisten, setzen wir uns für ein einfaches, transparentes und verpflichtendes Tierwohllabel in der gesamten Europäischen Union und mittelfristig für europaweit einheitliche Tierschutzstandards ein. Tierschutz und Tierwohl sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Für uns ist Tierwohl keine Frage der Stallgröße, sondern des Zustands des einzelnen Tieres. Die Tierschutzstandards auf Höfen müssen regelmäßig und mindestens alle fünf Jahre kontrolliert werden. Damit Landwirtinnen und Landwirte Investitionsentscheidungen für mehr Tierwohl planen können, brauchen sie zudem verlässliche Rahmenbedingungen. Widersprüche zwischen konkurrierenden Rechtsbereichen wie zwischen dem Tierwohl und Immissionsschutz müssen aufgelöst werden. Die überholte Anbindehaltung wollen wir schrittweise überwinden. 

In der Hoffnung Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben, verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Sebastian Czaja

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