Honorarkürzungen von Psychotherapeutinnen- wie positionieren Sie sich dazu in Bezug zur Gender-Pay-Gap?
Sehr geehrte Frau Esken,
am 12.03.2026 wurde vom Bewertungsausschuss Honorarkürzungen für Psychotherapeutinnen von 4,5 % beschlossen - für mich als selbständige niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin bedeutet das bei steigenden inflationsbedingten Betriebskosten ein Einkommensverlust von bis zu 10 Prozent. Schätzungsweise 70-80 % meiner Berufsgruppe sind weiblich. Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen sind ohnehin die am schlechtesten bezahlte Berufsgruppe unter den Fachärztinnen. Nun sinkt ihr Einkommen nochmals beachtlich.
Wie positionieren Sie sich zu der Tatsache, dass im Kassenärztlichen Versorgungssystem die Leistungen am niedrigsten vergütet werden, die mehrheitlich von Frauen erbracht werden? Und wie ist diese Haltung vereinbar mit den aktuellen Honorarkürzungen?
Mit freundlichen Grüßen,
Dipl. Psych. Nora Thoene
Psychologische Psychotherapeutin

