Wie ist Ihre Position zur 4,5-%-Honorarkürzung psychotherapeutischer Leistungen?
als Psychotherapeut protestiere ich gegen den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 11.03.2026 zur Kürzung der Honorare um 4,5% ab 1. April 2026. Dies verschärft Unterversorgung und Wartezeiten in NRW. Wie positionieren Sie sich konkret?
- Werden Sie das Bundesgesundheitsministerium zur Beanstandung auffordern?
- Fordern Sie eine gesetzliche Regelung angemessener Vergütung im SGB?
- Unterstützen Sie den Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung?
Vielen Dank für Ihre öffentliche Antwort!
Sehr geehrter Herr K.,
ich kann Ihren Frust verstehen und teile Ihre Sorge – die pauschalen Honorarkürzungen für psychotherapeutische Leistungen gefährden unsere gesundheitliche Versorgung.
Derzeit erleben wir bereits, wie unser Versorgungssystem vor dem Hintergrund steigender psychischer Belastungen durch die vielfältigen Krisen unserer Zeit zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Gerade in diesem Kontext senden die Kürzungen ein verheerendes Signal.
Psychotherapeutische Arbeit muss adäquat finanziert werden!
Als Grüne Bundestagsfraktion setzen wir uns daher für eine solidarische Gesundheitsversorgung für alle ein. Wir fordern angemessene finanzielle Rahmenbedingungen für psychotherapeutische Leistungen, eine Verbesserung der Versorgung und auch angemessene Finanzierung für Psychotherapeut*innen in Weiterbildung. Mentale Gesundheit darf nicht vom Versicherungsstatus abhängen, deshalb brauchen wir niedrigschwelligere und vor allem schnellere Zugänge zu passgenauen psychosozialen und therapeutischen Angeboten.
Den Prozess der Honorarkürzungen begleiten wir als Fraktion, und vor allem unsere zuständige Abgeordnete Dr. Kirsten Kappert-Gonther, weiterhin aufmerksam.
Gerade in Zeiten, in denen unsere Resilienz durch multiple Krisen auf die Probe gestellt wird, ist gute psychosoziale Betreuung wichtiger denn je!
Mit freundlichen Grüßen
Sara Nanni

