Wie bewerten Sie die geplante Honorarkürzung um 4,5 % für psychotherapeutische Leistungen angesichts der bereits jetzt unzureichenden Versorgung und langen Wartezeiten für Patientinnen und Patienten?
Sehr geehrte Frau Mirow,
ich befinde mich derzeit in der Ausbildung zum Psychotherapeuten. Der Weg dorthin ist mit einer kostenintensiven Ausbildung (+25.000€) verbunden, die mich über Jahre hinweg finanziell stark belastet hat. Dennoch habe ich mich aus idealistischen Gründen für diesen Beruf entschieden, um zur Versorgung psychisch erkrankter Menschen beizutragen.
Mit großer Sorge betrachte ich daher die geplante Honorarkürzung um 4,5 % für psychotherapeutische Leistungen. Bereits heute verdienen Psychotherapeut:innen im Vergleich zu vielen anderen Fachärzt:innen deutlich weniger. Gleichzeitig besteht eine große Versorgungslücke mit langen Wartezeiten für Patient:innen.
Die Kürzung sendet aus meiner Sicht ein problematisches Signal. Sie führt dazu, dass Therapeut:innen aus wirtschaftlichen Gründen stärker auf Privatpatient:innen angewiesen sind, statt zur Versorgung gesetzlich Versicherter beizutragen. Ich bitte Sie daher, sich politisch gegen diese Honorarkürzung einzusetzen.

