Frage an Ronald Pohle von Wnavar Wnpbo bezüglich Bildung und Kultur

04. August 2009 - 12:52

Sehr geehrter Herr Pohle,

als Abiturientin des 2002-Jahrgangs des Felix-Klein-Gymnasiums war ich natürlich über der Schließung der Schule sehr traurig. Wie sehen Sie denn das bestehende Schulangebot in Ihrem Wahlkreis und wo liegen Ihrer Meinung nach noch erhebliche Verbesserungspotenziale?
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung der Frage und viel Erfolg am 30.!
Beste Grüße,
Janine Jacob

Frage von Wnavar Wnpbo
Antwort von Ronald Pohle
09. August 2009 - 13:59
Zeit bis zur Antwort: 5 Tage 1 Stunde

Sehr geehrte Frau Jacob,

vielen Dank für Ihre sehr interessante und wichtige Frage für den Wahlkreis.

Die Schließung des Felix-Klein-Gymnasiums stellt für mich ein Armutszeugnis für die Gestaltungsunwilligkeit der Politik dar. Der Verlust dieses Bildungsstandortes kommt einem Tiefschlag für den Leipziger Osten gleich. Selbstverständlich müssen wir die gesetzlichen Vorgaben im Bezug auf die demografische Entwicklung unseres Landes beachten. Andererseits hat die Politik die Aufgabe, gestalterisch auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und die zukünftige Entwicklung zu wirken.

Das Felix-Klein-Gymnasium ist mit Millionenmitteln noch teilsaniert worden um dann geschlossen zu werden. Die derzeitigen Pläne sehen nun den Einzug einer Förderschule vor. Gleichzeitig wird damit verbunden sein, voraussichtlich eine neue Turnhalle auf dem Gelände zu bauen.

Bildungseinrichtungen sind wichtige Standortfaktoren und Entscheidungs-Argumenten für Familien und junge Menschen. Die Entwicklungen am Energiemarkt und seiner Preise, sowie die Veränderung des Lebensgefühls, stellt einen wichtiges Argument für die Reurbanisierung einiger Stadtteile dar.

Die Möglichkeit diesen Prozess zu fördern, stellt eine große Chance für den Leipziger Osten dar.

In diesem Zusammenhang muss ich zwingend die 24. Grundschule in Alt-Paunsdorf erwähnen. Dieser Standort muss unter allen Umständen erhalten bleiben. Die Lage und das Angebot der 24.GS mit seinem Unesco-Projekt stellen diesen Anspruch dar.
Es ist nicht hinzunehmen, dass der Leipziger Osten qualitative Nachteile in der Standortwahl von Schulen hinnehmen muss.
Bei meiner Teilnahme an Gesprächen der Bürgervereine im Leipziger Osten, beim so genannten Bildungsnetzwerk Ost, wurde diese Problemlage mehrfach angesprochen.

Ebenso soll die Diskussion über so genannte Problemgebiete in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Die Leipziger Karte sozialer Brenn-punkte listet unter anderem Langzeitarbeitslose und Hartz IV Empfänger auf. Besonders auffällig sind hier die Ortsteile Neustadt-Neuschönefeld und Volkmarsdorf. Hinzu kommt noch der hohe Ausländeranteil in den Ortsteilen und damit auch in den Schulen. Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist dabei nicht mehr zu vermitteln, dass es ein Abwärtsspirale der sozialen Entwicklung gibt. Es bleibt Aufgabe der Politik, das Entstehen so genannter Slums zu verhindern.

Letztes Beispiel der Schullandschaft im Leipziger Osten ist die Diskussion und Entscheidung über den Verkauf der RiWa an einen freien Träger aus dem Jahr 2007. Hier hat sich die CDU im Leipziger Osten klar für den Verkauf des leer stehenden Gebäudes bekannt. Die Debatte und Entscheidung im Stadtrat wurde gegen die Stimmen der Linksfraktion geführt.

Mit einer großen Vielfalt von Angeboten gelingt es dem angeschlagenen Ruf und dem Abwärtstrend im Leipziger Osten entgegen zu wirken. Nur mit der Unterstützung und dem Willen der Bevölkerung wird der Leipziger Osten nicht im Wettbewerb mit anderen Teilen Leipzigs zurück bleiben.

In diesem Sinn bleibt das Thema Schullandschaft und deren Qualität unverzichtbar mit der Entwicklung des Leipziger Ostens verbunden.

Ich möchte meinen Teil im Falle meiner Wahl dazu beitragen, dass besonders dieses Thema in die Landespolitik einfließt.

Vielen Dank für Ihr Interesse, Ronald Pohle.