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Oliver Lottke
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Frage von Janina B. •

Wie wollen Sie die Versorgung vom psychisch kranken Kindern und Erwachsenen absichern, wenn Sie durch die Budgetierung im GKV System zehntausende von Stunden von Psychotherapeuten kürzen?

Herr Lottke,

ich bitte Sie inständig, ich bin psychologische Psychotherapeutin, über diese Frage ernsthaft drüber nachzudenken. Unsere Patienten haben keine Lifestyle Probleme.

Als ich vor 25 Jahren angefangen habe, als Therapeutin zu arbeiten, hätte ich nie geglaubt, wie erfolgreich und hilfreich Psychotherapie sein kann.

Ich halte viele Menschen vom Suizid ab. Biete Ihnen eine Perspektive.

Zeige ihnen einen Wege auf , wie Sie arbeitsfähig ein Teil unserer Gesellschaft werden. Und das bekommen wir zumeist auch hin!

Mit freundlichen Grüßen

Janina B.

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Antwort von SPD

Sehr geehrte Frau B.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Engagement.

Die aktuellen Entscheidungen zur Vergütung psychotherapeutischer Leistungen werden derzeit intensiv diskutiert. Auch ich nehme die Kritik und die Sorgen vieler Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sehr ernst und teile diese ausdrücklich.

Gerade vor dem Hintergrund eines hohen Bedarfs und häufig langer Wartezeiten auf Therapieplätze ist die Absenkung der Vergütung ein falsches Signal. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung vieler Menschen. Dafür brauchen sie verlässliche und angemessene Rahmenbedingungen. Die aktuelle Entwicklung darf nicht dazu führen, dass sich die Situation weiter zuspitzt – weder für die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten noch für die gesetzlich Versicherten, die bereits heute oftmals besonders lange auf einen Therapieplatz warten.

Die konkrete Ausgestaltung der Vergütung wird allerdings nicht durch die Landespolitik entschieden, sondern im Rahmen der gemeinsamen Selbstverwaltung auf Bundesebene. Im (erweiterten) Bewertungsausschuss verhandeln Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft und der gesetzlichen Krankenkassen, unter Einbeziehung unabhängiger Sachverständiger, über die Höhe der Vergütung. Damit soll sichergestellt werden, dass Entscheidungen möglichst nah an der Versorgungspraxis getroffen werden und sowohl die Perspektive der Behandelnden als auch die der Kostenträger angemessen berücksichtigt werden. Die Politik ist an diesen Verhandlungen nicht beteiligt und hat auf die konkreten Entscheidungen keinen unmittelbaren Einfluss.

Gleichwohl setzen wir uns auf politischer Ebene bereits dafür ein, dass die berechtigten Anliegen der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in diesem Prozess angemessen berücksichtigt werden und tragfähige Lösungen im Sinne einer guten Versorgung gefunden werden.Unabhängig von der aktuellen Entscheidung zeigt die Debatte allerdings auch, dass es weiteren Handlungsbedarf in der psychotherapeutischen Versorgung gibt. Viele Menschen warten weiterhin zu lange auf einen Therapieplatz. Deshalb kommt es entscheidend darauf an, die Strukturen insgesamt weiterzuentwickeln, etwa durch eine bessere Bedarfsplanung, einen schnelleren Zugang zu passenden Angeboten und eine stärkere Steuerung der Versorgung.

Ein zentraler Hebel ist dabei aus meiner Sicht die Reform der Bedarfsplanung auf Bundesebene, damit der tatsächliche Bedarf an Therapieplätzen künftig besser abgebildet wird. Dafür setzen wir uns als niedersächsische SPD-Fraktion gemeinsam mit der niedersächsischen Landesregierung bereits seit längerem ein und werden dies auch weiterhin tun.

Mir ist wichtig, dass die Situation der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ebenso wie die der Patientinnen und Patienten im Blick bleibt. Ziel muss es sein, die Versorgung insgesamt nachhaltig zu verbessern.


 

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