Wie hoch sind die Gestehungskosten für Windstrom in den EU-Länder. Gibt es eine Vergleichsliste? Wenn es Unterschiede gibt,woran liegt das?
Die Strompreise in Europa sind unterschiedlich. Im Vergleich ist der Strom in DE am höchsten.
Eine offizielle, monatlich aktualisierte EU-Rangliste der Windstromkosten in allen 27 Mitgliedstaaten gibt es derzeit nicht. Internationale Energieagenturen veröffentlichen jedoch regelmäßig Vergleichsdaten, anhand derer sich klare Trends und Kostenbereiche ableiten lassen.
In der EU ist Onshore-Wind weiterhin die kostengünstigste Form neuer großskaliger Stromerzeugung.
Onshore-Wind (Schätzwerte 2024–2025, Stromgestehungskosten – LCOE):
- Schweden: ca. 36–45 € pro MWh
- Polen: ca. 37–50 € pro MWh
- Deutschland: ca. 43–90 € pro MWh
- Frankreich: ca. 55–75 € pro MWh
- EU-Durchschnitt: rund 50 € pro MWh
Die Zahlen zeigen: Länder mit guten Windbedingungen und effizienten Genehmigungsverfahren erreichen besonders niedrige Kosten.
Offshore-Wind ist aufgrund aufwendiger maritimer Infrastruktur teurer, liefert jedoch konstantere Strommengen:
- Dänemark: ca. 56–100 € pro MWh
- Niederlande: ca. 55–120 € pro MWh
- Deutschland: ca. 60–110 € pro MWh
- Frankreich: ca. 110–170 € pro MWh
Die Unterschiede zwischen den Ländern lassen sich im Wesentlichen auf fünf Faktoren zurückführen: Windverhältnisse, Genehmigungsdauer, Finanzierungskosten, Regeln zum Netzanschluss sowie die Reife der jeweiligen nationalen Windindustrie.
Zusammengefasst: Eine offizielle EU-Rangliste existiert zwar nicht, die verfügbaren Daten zeigen jedoch eindeutig, dass Windenergie — insbesondere Onshore — in Europa bereits sehr wettbewerbsfähig ist. Die zentralen Herausforderungen liegen heute weniger in der Technologie als in stabilen Rahmenbedingungen, schnelleren Genehmigungen und dem Ausbau der Netze.


