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Nadyne Saint-Cast
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Frage von Axel F. •

Wird die SAP/OpenAI-Kooperation ein faktisches KI-Monopol im öffentlichen Sektor schaffen und lokale Lösungen wie fairChat oder F13 verdrängen?

SAP und OpenAI wollen ab 2026 KI-Dienste für Verwaltungen, Schulen und Universitäten in Deutschland bereitstellen. Die Server sollen zwar in Deutschland stehen, betrieben wird das Angebot aber mit US-Technologie (OpenAI, Microsoft, Nvidia). Zugleich existieren bereits Projekte wie fairChat in Baden-Württemberg oder die Verwaltungs-KI F13, die DSGVO-konform sind, mit öffentlichen Mitteln gefördert werden und speziell auf die Anforderungen von Schulen und Behörden zugeschnitten sind. Es stellt sich daher die Frage, ob durch die neue Kooperation ein staatlich gefördertes De-facto-Monopol entsteht, das in zahlreichen Bundesländern eingesetzte Tools verdrängt. Welche Rolle spielen zudem deutsche KI-Unternehmen wie schulKI, fobizz oder Aleph Alpha? Werden sie in die nationale KI-Strategie eingebunden oder droht ihre Marginalisierung?

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Lieber Fragesteller, 

vielen Dank für Ihre wichtige Frage zur geplanten Kooperation von SAP und OpenAI.

Die Bundesregierung hat diese Partnerschaft ausdrücklich als Teil der nationalen KI-Strategie begrüßt. Ich sehe hier die Gefahr, dass eine Abhängigkeit von US-Technologie zum Standard wird, während bewährte europäische und landeseigene Lösungen an den Rand gedrängt werden. Baden-Württemberg hat mit fAIrChat und F13 gezielt DSGVO-konforme KI-Anwendungen entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse unserer Schulen und Verwaltungen zugeschnitten sind. Diese Tools werden kontinuierlich evaluiert und entsprechen höchsten Datenschutzstandards.

Die Sorge vor einem De-facto-Monopol teilen wir. Deutsche und europäische KI-Unternehmen wie Aleph Alpha, schulKI oder fobizz müssen eine zentrale Rolle in unserer digitalen Infrastruktur spielen. Sie dürfen nicht zu Nischenanbietern werden, während US-Konzerne den Markt dominieren. Stattdessen brauchen sie gezielte Förderung, faire Wettbewerbsbedingungen und gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen.

Mein Anspruch ist klar: Öffentliche Gelder sollten vorrangig in europäische, datenschutzkonforme Lösungen fließen. Nur so sichern wir langfristig technologische Unabhängigkeit und schützen sensible Daten von Schüler:innen und Bürger:innen. Ich setze mich dafür ein, dass bei künftigen Beschaffungsentscheidungen die bereits existierenden landeseigenen Lösungen nicht verdrängt werden, sondern weiterentwickelt und gestärkt werden. 
Echte Wahlfreiheit statt faktischer Monopole – das ist mein Maßstab.

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