Michael Stübgen
CDU

Frage an Michael Stübgen von Wbanf Urqhfpuxn bezüglich Umwelt

12. November 2017 - 14:47

Sehr geehrter Herr Stübgen,

jedes Jahr werden mehrere Quadratkilometer Regenwald abgeholzt, damit Ölpalmen angepflanzt werden können, aus diesen Früchten wird das bekannte Palmöl hergestellt. Dieses Palmöl ist Bestandteil in sehr vielen Fertigprodukten, wie diversen Süßigkeiten und Tiefkühlessen, aber auch in Kosmetikartikeln und Biotreibstoff ist dieses Öl zu finden. Nicht nur für die Umwelt hat das katastrophale Folgen, wie zum Beispiel Waldverlust und Artentod, sondern bei uns Menschen kann es auch Krankheiten wie Diabetes hervorrufen. Weitere Konsequenzen dafür auszuführen würde an dieser Stelle den Rahmen meiner Nachricht sprengen. Nun zu meiner Frage, denken Sie, dass es möglich wäre Auflagen zu verhängen um die Verarbeitung von Palmöl in Deutschland zu beschränken oder es sogar ganz und gar aus der Lebensmittelindustrie zu verbannen?

Frage von Wbanf Urqhfpuxn
Antwort von Michael Stübgen
22. November 2017 - 10:56
Zeit bis zur Antwort: 1 Woche 2 Tage

Sehr geehrter Herr Urqhfpuxn,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworte:

Palmöl birgt Chancen und Risiken. Mit Palmöl kann auf vergleichsweiser geringer Fläche ein großer Teil des weltweiten Bedarfes an Pflanzenölen gedeckt werden. In vielen Ländern ist Palmöl ein schwer zu ersetzendes Nahrungsmittel. Um einen Hektar Anbaufläche für Palmöl zu ersetzen, benötigt man fünf bis acht Hektar für den Anbau von anderen Pflanzenölen. In den Anbauländern profitieren insbesondere Kleinbauern von der Palmölproduktion. Ein Zurückfahren der Produktion würde sie als erstes treffen. Bei der Palmölproduktion muss deshalb zuerst bei den Standards und Zertifizierungen angesetzt werden. So haben die Zertifizierungssysteme noch Verbesserungsbedarf. Dies gilt teilweise hinsichtlich der Prinzipien und Kriterien, teilweise hinsichtlich der Transparenz und teilweise hinsichtlich der Anforderungen an das System. Ziel ist es, nur noch zertifiziertes Palmöl in die EU einzuführen. Um die Nachhaltigkeit im Palmölbereich zu verbessern, setzen wir uns etwa auch für eine Verankerung von Nachhaltigkeitsstandards in den EU-Freihandelsabkommen mit Indonesien und Malaysia ein. Wichtig ist, dass eine Umstellung der Palmölerzeugung auf nachhaltige Anbauverfahren nur gemeinsam mit den Erzeugerländern auf partnerschaftlicher Basis erfolgen kann. Einseitige Importbeschränkungen wären auch WTO-rechtlich anfechtbar. Im Ergebnis bleibt festzuhalten, dass ein von Ihnen angesprochen Verbot letztlich nicht die eigentliche Problematik beheben würde.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Stübgen, MdB