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Michael Link
FDP

Frage an Michael Link von Enys Fpuarvqre bezüglich Gesundheit

06. Dezember 2020 - 10:39

Sehr geehrter Herr Link,

Einmal mehr bin ich etwas verdutzt und kann einige Zusammenhänge im derzeitigen Corona-Geschehen nicht verstehen.
Um Ihnen nicht zu viel Ihrer wertvollen Zeit zu rauben, möchte ich mich hiermit auf eine einzige Frage konzentrieren.

Beim Sichten des RKI- Wochenberichtes der KW 48 (aktuell Stand 06.12.2020) "Ergebnisse der virologischen Analysen im NRZ für Influenzaviren", konnte ich feststellen, dass in der Statistik so gut wie keine Influenza Fälle auftauchen.
Ebenso, stellte ich dies beim Vergleich in der aktuellen Statistik der NaLI (https://www.nali-impfen.de/monitoring-daten/krankheitsfaelle-in-deutschland/influenza/) fest, was meine Irritierungen bestätigt.

Anhand dieser Tatsache würde ich mich, bezogen auf die Frage "Wo ist eigentlich die Grippe?", auf Ihre Einschätzung freuen.

Vorab vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Schneider

Frage von Enys Fpuarvqre
Antwort von Michael Link
08. Januar 2021 - 16:26
Zeit bis zur Antwort: 1 Monat

Sehr geehrter Herr Schneider,

vielen Dank für Ihr Schreiben zu den Influenza-Zahlen vom 6.12.2020.

Es stimmt, die aktuellen Influenza-Zahlen sind deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren. Dieser Umstand ist vermutlich auf mehrere Faktoren zurückführbar. So gehen Politik und Wissenschaft zum einen davon aus, dass sich - auch aufgrund der Corona-Pandemie - mehr Bürgerinnen und Bürger gegen Influenza geimpft haben. Mit der Impfung sind größere Teile der Bevölkerung gegen die Grippeviren immun und können keine weiteren Personen anstecken. Zum anderen helfen die im Zuge der Corona-Pandemie eingeführten AHA-Regeln auch zur Eindämmung der Influenza. Die Menschen achten seit Beginn der Pandemie deutlich mehr auf die Einhaltung von Abstand- und Hygieneregeln. Der seit Anfang November geltende Lockdown verhindert zudem das Treffen in größeren Gruppen und das Abhalten von Versammlungen, welche einen potenziellen Infektionsherd für die Influenzaviren hätten darstellen können. Weitere diskutierte Erklärungen sind die Tatsache, dass die Grippewelle erst klassisch nach Weihnachten, sprich Anfang Januar, wirklich durchschlägt oder dass die Labore hauptsächlich mit Coronatests ausgelastet sind. Die Meldepflicht von Infektionen besteht nur bei laborgestütztem Nachweis. Durch die Priorisierung der Coronatests und die begrenzten Kapazitäten der Labore kann es sein, dass weniger Bürgerinnen und Bürger auf Grippeviren getestet und dementsprechend weniger Influenza-Fälle gemeldet werden.

Zusammenfassend kann ich nur betonen, dass vermutlich das Zusammenspiel der oben genannten Faktoren für die niedrigeren Influenza-Zahlen verantwortlich ist. Hoffen wir, dass es bei den unterdurchschnittlichen Zahlen bleibt und das bereits von Corona-geplagte Gesundheitssystem nicht zusätzlich von Influenza-Infektionen überschwemmt wird. Es liegt an uns, sich an die Abstand- und Hygieneregeln zu halten und unser Umfeld zu schützen.

Für die nächsten Wochen wünsche Ich Ihnen und Ihren Angehörigen viel Kraft und vor allem Gesundheit.

Ihr Michael Link