Portrait von Matthias Mieves
Matthias Mieves
SPD
100 %
63 / 63 Fragen beantwortet
Zum Profil
Frage von Jan V. •

Was passiert nach der Akuttherapie?

Sehr geehrter Herr Mieves,

Ich weiß nicht, wie hoch Ihr Erfahrungswissen im Bereich der Psychotherapie ist, aber wie sieht Ihrer Meinung nach gute Versorgung nach der unmittelbaren Stabilisierung durch die 12 Stunden Akutbehandlung aus, wenn dieser notwendige Behandlungsschritt budgetiert bleibt. Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich sagen, dass schnell, kurz und oberflächliches "Löschen" nur dazu führt, dass diese Menschen schnell wieder vorstellig werden (müssen). Spart das wirklich Kosten?

Portrait von Matthias Mieves
Antwort von SPD

Sehr geehrter Herr V.,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Einschätzung aus der psychotherapeutischen Praxis. Sie sprechen einen wichtigen Punkt an.

Eine psychotherapeutische Akutbehandlung kann Menschen in einer akuten Krise stabilisieren. Sie kann aber keine längerfristige Psychotherapie ersetzen, wenn diese medizinisch notwendig ist. Deshalb muss sichergestellt sein, dass Patientinnen und Patienten anschließend auch die Behandlung erhalten, die sie benötigen.

Wichtig ist mir dabei eine Klarstellung. Auch nach einer Akutbehandlung können notwendige psychotherapeutische Leistungen weiterhin von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden. Deutschland hat hier im internationalen Vergleich ein sehr breites Versorgungsangebot. Das wollen wir erhalten.

In den parlamentarischen Verhandlungen haben wir als SPD zudem erreicht, dass für besonders schutzbedürftige Patientengruppen und dringliche Behandlungsfälle Ausnahmen von der Budgetierung vorgesehen werden. Dazu gehören insbesondere Kinder und Jugendliche, schwer psychisch erkrankte Menschen und dringende Akutbehandlungen.

Gleichzeitig will ich nicht den Eindruck erwecken, dass damit alle Probleme gelöst wären. Die Ausnahmen sind eine wichtige Absicherung, aber keine abschließende Antwort auf die Herausforderungen der psychotherapeutischen Versorgung.

Ihre Sorge, dass eine unzureichende Anschlussversorgung langfristig sogar höhere Kosten verursachen könnte, kann ich nachvollziehen. Deshalb müssen wir die Auswirkungen der neuen Regelungen genau beobachten. Denn unser Ziel muss sein, dass Menschen schnell Hilfe bekommen und eine notwendige Behandlung auch fortsetzen können.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Mieves

Was möchten Sie wissen von:
Portrait von Matthias Mieves
Matthias Mieves
SPD

Weitere Fragen an Matthias Mieves