Wie hoch sind die nachgewiesenen Einsparungen durch den verpflichtenden Digitalvertrieb des Deutschlandtickets im Verhältnis zu den dadurch entgehenden Einnahmen und Zusatzkosten?
Sie begründen den Digitalvertrieb mit Einsparungen bei Verwaltung. Laut Bundesregierung gingen jedoch bereits im ersten Monat nach der Umstellung auf die Digitalisierung rund 500.000 Ticketkäufe verloren. Hochgerechnet auf die inzwischen deutlich höheren Verkaufszahlen könnte dies bedeuten, dass heute bis zu rund eine Million potenzielle Nutzer das Deutschlandticket wegen der Vertriebsform nicht erwerben können oder wollen. Selbst bei vorsichtiger Schätzung entspräche dies mehreren hundert Millionen Euro entgehender Fahrgeldeinnahmen pro Jahr. Angesichts jährlicher Zuschüsse von insgesamt 3 Mrd. € durch Bund & Länder stellt sich die Frage, wie dieser Einnahmeverlust durch Einsparungen infolge der Digitalisierung kompensiert werden soll.
Zugleich entstehen weiterhin IT-, Betriebs- und Verwaltungskosten. Gibt es belastbare Berechnungen, die die tatsächlichen Einsparungen des Digitalvertriebs den entgangenen Einnahmen und laufenden Kosten gegenüberstellen?
Falls ja, wie fallen diese aus?
Sehr geehrte Frau P.,
ich habe mich zur Vertriebsfrage für das Deutschlandticket mehrfach geäußert. Da dies zudem weder mein Thema noch das des Bundestages ist, halte ich mich kurz und grundsätzlich. Das Deutschlandticket ist ein sehr attraktives und preiswertes Angebot. Der Preis liegt auch nach - aus unserer Sicht überzogenen - Preiserhöhungen noch deutlich unter dem Niveau von Monatsabos der Tarifverbünde. Es liefert für den niedrigeren Preis ein deutlich besseres Angebot, da es bundesweit gilt. Das günstigste Angebot kann nicht auf dem teuersten Weg vertrieben werden. Dies wäre dem Großteil der Fahrgäste gegenüber, die den digitalen Vertriebsweg nutzen, nicht fair. Sie müssten die höheren Vertriebskosten der anderen mitfinanzieren. Als Grüne haben wir ein Jahresabo zum ursprünglichen Preis von 49 Euro vorgeschlagen. Dies begründen wir mit weiteren möglichen Einsparungen im Vertrieb, die wir gerne an die Kundschaft weitergeben wollen.
Der Fokus muss auf dem Erhalt und möglichst dem Ausbau der ÖPNV-Angebote liegen. Dies zu finanzieren wird umso schwieriger, umso höher die Vertriebskosten sind.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias Gastel

