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Marie Kollenrott
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Frage von Kay S. •

Wie stehen Sie zu einem Ausbau der Windenergienutzung in Wäldern und wie schätzen Sie das Gefährdungspotential und die Auswirkungen im Hinblick auf die Ressource "Grund- bzw. Trinkwasser" ein?

Guten Tag Frau Kollenrott,

Sie fordern den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien - eine Forderung, die grundsätzlich Unterstützung verdient.

Bei Diskursen und Argumentationen zu dem Thema erfolgt m.E. aber so gut wie nie eine differenzierte Betrachtung von den Auswirkungen zu dem Themenkreis "Wasser/Grundwasser/Trinkwasser".

Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen/Bremen e.V. (LEE NDS/HB) z.B. übt Kritik am aktuellen Entwurf zur Fortschreibung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) und er begrüßt grundsätzlich die "vorsichtige Öffnung" von Vorranggebieten im Wald für die Windenergienutzung.

Der Dachverbande der Geowissenschaften e.V. (DVGeo) stellt fest:

Wälder spielen eine herausragende Bedeutung für die Wasserressourcen. [...] Leider stehen aber gerade die Wälder aktuell besonders unter Druck, [...] immer häufiger auch durch Bauvorhaben wie Erdkabel oder Windkraftanlagen.( https://www.dvgeo.org/kommunikation/detail/grundwasser )

MfG

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Antwort von BÜNDNIS 90/­DIE GRÜNEN

Vielen Danke für ihre Frage!
Natur- und Klimaschutz sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden. In der Praxis versuchen wir dies bestmöglich in Einklang zu bringen. Dafür haben wir in Niedersachsen einen Kriterienkatalog für Windenergie veröffentlicht, an dem sich Kommunen für die Ausweisung von Flächen orientieren müssen: https://www.umwelt.niedersachsen.de/download/200216/Kriterienkatalog.pdf

Windenergie soll demnach nur dann in Waldstandorten ausgebaut werden, wenn keine historischen, hochwertigen und schützenswürdigen Wälder, Naturschutzgebiete, oder der Artenschutz betroffen sind. Um unsere Energie- und Klimaziele allerdings zu erreichen, sind wir auf alle Flächen angewiesen, die als gute Windstandorte identifiziert werden können. Deshalb können Windprojekte dort im Wald realisiert werden wo Nutzforste, geschädigte Flächen (Kalamitätsflächen, z.B. durch den Borkenkäfer, oder Naturereignisse, wie Stürme, Dürren, etc.) vorhanden sind und kein ökologisches Kriterium dagegen spricht. Diese Abwägungen treffen die Kommunen selbst - in Einbezug des Kriterienkatalogs und Umweltverträglichkeitsprüfungen. Zudem bleibt die naturschutzrechtliche Verpflichtung natürlich bestehen, Rodungen durch Ausgleichsflächen zu kompensieren.

Die potentielle Gefahr für unser Grund- bzw. Trinkwasser wird von Expert*innen als niedrig eingeschätzt, da es strenge wasserrechtliche Vorgaben gibt, die eingehalten werden müssen und auch im niedersächsischen Kriterienkatalog verankert sind. 
Eine Absenkung des Grundwassers spielt vor allem in der Bauphase von Windenergieanlagen eine Rolle, dies führt aber nicht zu einem Rückgang des Grundwassers, sondern gilt temporär während des Baus. 
Bezüglich des Trinkwasserschutzes sind Windenergieanlagen nicht gefährlicher als andere bauliche Maßnahmen und stellen in intaktem Zustand keine Gefahr für unser Grundwasser dar. Außerdem lernen wir von Fall zu Fall: Demnach auch aus der Rüttelstopfverdichtung im Landkreis Fallingborstel im Jahr 2014, wo u.a. Grenzwerte zu Arsen überschritten wurden. Vorhaben müssen deshalb sowohl der Umweltverträglichkeitsprüfung als auch dem niedersächsischen Kriterienkatalog unterzogen werden. In Wassergebieten werden zudem häufig getrieblose Windenergieanlagen eingesetzt, die generell weniger wassergefährdende Stoffe beinhalten. Auch der Bundestag hat 2025 seine wissenschaftlichen Dienste mit der Frage beauftragt welchen Einfluss Windenergieanlagen auf unser Grundwasser haben: https://www.bundestag.de/resource/blob/1128428/WD-8-060-25.pdf

Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Klimawandel in jedem Falle stärkere Auswirkungen auf unsere Wälder sowie unser Grund- und Trinkwasser hat. Die Energiewende ökologisch und sozial voranzubringen und die verschiedenen Interessen so gut zu vereinen wie nur möglich, habe ich mir zur Aufgabe in Niedersachsen gemacht.

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