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Maik Beermann
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Frage von Luis R. •

Frage an Maik Beermann von Luis R. bezüglich Senioren

Sehr geehrte Herr Beermann,

anfang der Woche hat mich die TV-Dokumentation vom Journalisten Wallraff über die Zustände in Alten- und Pflegeheimen zu tiefst erschüttert. Viel zu wenige Mitarbeiter müssen im Akkord die Bewohner versorgen.

Dies ist vom System hervorgegeben. Die Süddeutsche Zeitung spricht von "organisierter Unterversorgung".

Meinen Sie dass diese Menschen (Mitarbeiter wie auch Bewohner) nicht etwas besseres verdient hätten als diese Zustände?

Möchten Sie einmal selber in so einem Pflegeheim untergebracht sein, in dem Sie abgefertig werden?

Über eine Antwort freue ich mich

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Antwort von
CDU

Sehr geehrter Herr Rodrigues,

vielen Dank für Ihrer Frage zum Themenkomplex Pflege.
Da mich viele Bürger aus meinem Wahlkreis auf die Reportage aufmerksam gemacht haben, habe ich mir diese selbstverständlich in der letzten Woche ebenfalls angesehen. Es ist erschreckend, welche Missstände Herr Wallraff und sein Team unter falscher Identität in den Altenpflegeeinrichtungen aufgezeigt haben.
Die in der Reportage aufgezeigten Fälle haben mich erschüttert, es ist erschreckend wie in Teilen mit hilfsbedürftigen Menschen umgegangen wird. Ich kann Ihnen jedoch auch mitteilen, dass man die gesendeten Beiträge nicht verallgemeinern kann. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Abgeordneter des Deutschen Bundestages habe ich eine Vielzahl von Altenpflegeeinrichtungen besucht und ebenso freundliche und moderne sowie innovative Einrichtungen kennengelernt. In Gesprächen mit Einrichtungsleitern und Mitarbeitern der Einrichtungen habe ich mich umfassend über die Herausforderungen im Pflegebereich informiert. An dieser Stelle möchte ich herausstellen, dass man nicht den Pflegekräften in den Einrichtungen der Altenhilfe einen Vorwurf machen kann, sondern ihnen für ihrer Arbeit am Menschen danken muss. Sicherlich gibt es Vorfälle wie in der o.g. Reportage genannt. Ich habe bei meinen Besuchen häufig Pflegekräfte angetroffen, die ihren psychisch als auch physisch belastenden Job mit viel Herzblut und Engagement ausüben.
Nach diesem Bericht stellt sich natürlich auch für mich die Frage, wie möchte ich in Würde alt werden? Dieses kann ich derzeit nicht genau beantworten, da die gewonnen Eindrücke noch sehr frisch sind. Die Unterbringung in stationären Pflegeeinrichtungen haben den Vorteil der professionellen Betreuung und Pflege, wohingegen die Pflege daheim den Familienanschluss aufrechterhält.
In den letzten zwei Wochen habe ich mich mehrmals mit unserem Patientenbeauftragten der Bundesregierung Herrn Karl Josef Laumann getroffen um die aktuellen Situationen in der Pflege zu debattieren. Herr Laumann ist zu zwei Terminen im Wahlkreis Nienburg II/ Schaumburg gewesen und hat sich einer offenen Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern gestellt. Ich freue mich sehr, dass unsere Bundesregierung dieses Themenfeld als ein zentrales erkannt hat und ihm eine Person zugewiesen hat, die diese Fragestellungen bearbeitet.

Abschließend möchte ich Ihnen sagen, dass egal aus welchen Umständen eine Person in eine Einrichtung der Altenhilfe aufgenommen wird, sichergestellt sein muss, dass man seinen Lebensabend in Würde verbringen kann. Die Politik kann hierzu die Rahmenbedingungen schaffen, sich aber nicht um deren Ausgestaltung kümmern. Hierzu bedarf es der Kooperation mit kirchlichen, karitativen und privaten Anbietern, die in einem gesunden Wettbewerb zielführende Maßnahmen anbieten, sodass die Pflegebedürftigen fachgerecht und liebevoll versorgt werden.

Ich sichere Ihnen zu, dass ich das Thema „In Würde Altern“ auch weiterhin sensibilisiert betrachten werde und freue mich auf einen weiteren Austausch mit Ihnen. Sollten Sie Interesse an einem persönlichen Gespräch haben, melden sie sich bitte in meinem Berliner Büro.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Beermann