Haben Sie sich schon mal mit dem pandemischen Vitamin D-Mangel in unserer Gesellschaft befasst? Ist Ihnen die "Verzehrstudie 2" bekannt, die diesen 2007 feststellte? Hat die Politik danach gehandelt?
"Welche Maßnahmen hätten wir durchführen müssen um den gleichen Schutz [wie die Corona-Impfung] vor diesem Virus für die Menschen zu erreichen?" fragen Sie in der Corona-Enquete-Kommission.
https://youtu.be/YNP8qjrx9HU?si=Agfwd6iZ4xoyvj7I&t=9717
Gab es eine Betrachtung der Gesamtmortalität von Geimpften und Ungeimpften?
Hat der Bundestag 2020 wirklich nach allem gesucht, was sofort gegen Corona und schwere Verläufe ähnlich hätte wirken können, wie es von der Corona-Impfung behauptet wird, die ja nicht vor der Krankheit an sich schützen soll sondern vor schweren Verläufen? Wenn ich da falsch informiert bin können Sie mich gerne korrigieren.
Ich wähle nicht AfD, aber dieser Antrag von Juni 2020 hätte 6 Monate vor Impfbeginn wirken können:
https://dserver.bundestag.de/btd/19/201/1920118.pdf
Regierungsamtlich ist der Vitamin D-Mangel seit mindestens 2007 bekannt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Verzehrsstudie_II#Einige_Ergebnisse
Weitere Wissensquelle:
https://kurzlinks.de/hvya
Sehr geehrter Herr S.,
vielen Dank für Ihre Frage.
Zunächst ist es wichtig, zwei Themen auseinanderzuhalten: die allgemeine gesundheitliche Bedeutung von Vitamin D und die Frage, welche Maßnahmen in der Pandemie nachweislich vor schweren COVID-19-Verläufen geschützt haben.
Zur Vitamin-D-Versorgung: Eine ausreichende Versorgung ist gesundheitlich sinnvoll, und es gibt Hinweise auf Defizite in Teilen der Bevölkerung. Allerdings ist die Studienlage laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung nicht ausreichend, um Vitamin D als wirksame Maßnahme zur Vermeidung von SARS-CoV-2-Infektionen oder schwerer COVID-19-Verläufe zu empfehlen. Eine Gleichsetzung mit der Schutzwirkung von Impfungen ist wissenschaftlich nicht belegt.
Zur Pandemiepolitik: Der Deutsche Bundestag hat sich 2020 mit verschiedenen Vorschlägen befasst, darunter auch der von Ihnen genannte Antrag. Entscheidend war jedoch, dass politische Maßnahmen auf belastbarer Evidenz beruhen mussten. Nach dem damaligen und heutigen Stand gehörten dazu insbesondere nicht-pharmazeutische Maßnahmen und später die Impfung.
Die wissenschaftliche Evidenz zu den Impfstoffen ist klar: Zulassungsstudien mit zehntausenden Teilnehmenden sowie Realweltdaten zeigen, dass die Impfungen sehr wirksam vor schweren COVID-19-Erkrankungen schützen. Gleichzeitig war die Krankheitslast bei Geimpften im Vergleich zu Ungeimpften deutlich geringer.
Dabei ist zu unterscheiden: Der Schutz vor Infektion nimmt mit der Zeit ab, insbesondere bei neuen Varianten. Der Schutz vor schweren Verläufen, Hospitalisierung und Tod bleibt jedoch erhalten und war das zentrale Ziel der Impfkampagne.
Auch zur Sicherheit gibt es eine klare Datenlage: Nebenwirkungen wurden kontinuierlich überwacht. Schwere unerwünschte Ereignisse sind selten, und große Studien zeigen keine erhöhte Gesamtsterblichkeit bei Geimpften.
Vor diesem Hintergrund sehe ich keine belastbare Grundlage für die Annahme, dass eine andere Maßnahme wie etwa Vitamin-D-Supplementierung einen vergleichbaren Schutz vor schweren Verläufen hätte leisten können oder übersehen wurde.
Mein Fazit: Eine gute Vitamin-D-Versorgung bleibt gesundheitspolitisch sinnvoll. Für die Bewältigung der Pandemie und den Schutz vor schweren COVID-19-Verläufen waren Impfungen jedoch nachweislich der entscheidende Baustein.

