Wie stehen Sie zur Kürzung der Honorare für Psychotherapeut*innen und wie wollen und können Sie Patient*innen und Behandelnde im Nordschwarzwald unterstützen?
Sehr geehrter Herr Mack,
Wie Sie vermutlich wissen, sollen die GKV-Honorare für Psychotherapie gekürzt werden https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-weniger-geld-fuer-ambulante-psychotherapie-wie-angespannt-ist-die-versorgungslage-in-bw-100.html
Laut dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) erwirtschaften Psychotherapeut*innen nach Abzug der Praxiskosten einen Überschuss von ca 52 Euro je Arbeitsstunde - nach einer langen und teuren Ausbildung. Das ist etwa die Hälfte davon, was Praxisinhaber*innen der hausärztlichen Versorgung bzw. der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung im Durchschnitt erwirtschaften. Als niedergelassener Psychotherapeut muss ich bereits heute viele Anfragen abweisen, was nicht leicht fällt. Der Beschluss schwächt die psychotherapeutische Versorgung und wird zu einer Chronifizierung psychischer Erkrankungen und höheren Folgekosten für Sozialkassen und Arbeitsmarkt führen.
Was wollen Sie tun?
Freundlich grüßt
Dr. J. V.
Vielen Dank für Ihre Nachricht und die Einblicke aus Ihrer Praxis.
Sie sprechen ein reales Problem an: Die Nachfrage nach psychotherapeutischer Versorgung ist hoch, gleichzeitig sind die Kapazitäten begrenzt. Wenn sich Wartezeiten weiter verlängern, drohen Chronifizierungen – mit erheblichen Folgen für die Betroffenen und steigenden Kosten für das System.
Die aktuelle Honoraranpassung basiert auf einem gesetzlich vorgesehenen Vergleich der Vergütungsstrukturen. Mir ist zugleich bewusst, dass dies für viele Behandelnde eine konkrete wirtschaftliche Belastung darstellt und auf wenig Verständnis stößt. Entscheidend ist aus meiner Sicht aber, dass sich die Versorgung dadurch nicht verschlechtert.
Für uns als CDU/CSU steht deshalb im Mittelpunkt, die Versorgung konkret zu verbessern – gerade auch im Nordschwarzwald: durch schnellere Zugänge zur Therapie, eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Vergütung, eine bessere Bedarfsplanung insbesondere für Kinder, Jugendliche und den ländlichen Raum sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die Weiterbildung.
Unser Ziel ist klar: Mehrkosten gar nicht erst entstehen zu lassen, indem wir frühzeitig behandeln und Versorgungslücken schließen. Sollte sich zeigen, dass sich die Situation durch die Anpassung verschärft, müssen die Rahmenbedingungen entsprechend nachgesteuert werden.

