Frage an Kerstin Westphal von Ervaubyq Oerhre bezüglich Verbraucherschutz

12. März 2014 - 13:12

Sehr geehrte Fr. Westphal!

Versicherungsmathematisch ergänze ich meine Argumentation: Bisher wählen eher solche Versicherungsnehmer Verträge ohne Deckungsgrenze, die besonders viel oder risikoreich fahren,. Daher müssen diese Verträge bisher teurer kalkuliert werden als wenn auch alle Wenigfahrer etc. gemäß einer neuen EU-Regel künftig Verträge ohne Deckungsgrenze abschliessen.

Finanzschwache Versicherungsbeitragszahler können dann mit geringem Selbstbehalt einen verbleibenden Mehrpreis ausgleichen. Sie sind dann existenziell abgesichert - ebenso schuldlose Unfallopfer. So ist "unbeschränkte Deckung ... leist- und vorstellbar"; denn der kleine Selbstbehalt ist für jeden bezahlbar.und sozialethisch nachrangig gegenüber Existenzsicherung

Der Unfallort und der Wohnort des schuldlosen Opfers wird übrigens immer öfter außerhalb des Versicherungslandes liegen,. Schon daher ist dies ein EU-Thema.
Mögen Sie, sehr geehrte Fr. Westphal, auch zu diesen Aspekten antworten?

Freundlich grüßt

RB

Frage von Ervaubyq Oerhre
Antwort von Kerstin Westphal
31. März 2014 - 12:57
Zeit bis zur Antwort: 2 Wochen 4 Tage

Sehr geehrter Herr Breuer,

Vielen Dank für Ihre Rückfrage zur unbegrenzten Deckung von Kfz-Haftpflichtversicherungen.

Nach meinem Dafürhalten ist in der weit überwiegenden Zahl von Schadensfällen die jeweilige Versicherungsdeckungssumme ausreichend. Eine unbegrenzte Deckung empfiehlt sich nicht, denn sie würde zu sehr hohen Versicherungsprämien für die Beitragszahler führen: Eine unbegrenzte Deckung führt zu hohen Prämien. In weniger finanzstarken Mitgliedstaaten, d.h. in denen das Durchschnittseinkommen nicht sehr hoch ist, ist eine hohe Autoprämie finanziell nicht darstellbar. Wenn das monatliche Durchschnittseinkommen bei wenigen hundert Euro liegt, dann können sich die Menschen dort kaum die Prämien für eine Autoversicherung leisten.
Demzufolge sehe ich, wie bereits erläutert, keine Veranlassung auf dem Gesetzeswege eine europaweite unbegrenzte Deckung anzustrengen.

Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Westphal