Sind sie für eine schnelle Anhebung des Renteneintrittsalters und Absenkung des Rentenniveaus für die Boomer noch in dieser Legislaturperiode, um die Belastung für die jüngere Generation zu begrenzen?
Sehr geehrte Frau Staffler,
ich verweise auf die folgende Studie von Prof. Raffelhüschen:
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/2035-nur-noch-15-prozent-uebrig-vom-netto-experte-sieht-schwarz,UtAalXP
Setzen Sie sich als Bundestagsabgeordnete dafür ein, dass die Boomer noch einen angemessenen Beitrag leisten? Dies wäre Laut Raffelhüschen nur durch zeitnahe Absenkung des Rentenniveaus und Anhebung des Renteneintrittsalters möglich.
Sind Sie also dafür, dass die zeitnah in Rente gehenden, einen angemessenen Beitrag zur Sicherung des Wohlstandsniveaus in Deutschland leisten oder sind Sie dagegen?
Falls Sie dagegen sind, wie wollen Sie zukünftige Wohlstandsverluste für die jüngere Generation verhindern? Raffelhüschen spricht hier eine Abgabenquote von 85 % an, die dann in Zukunft drohen würde. D.h. Arbeitnehmern würde nur noch 15 % ihres Lohns netto bleiben.
Sehr geehrter Herr B.,
ihr mitgesendeter Artikel ist bereits veraltet und berücksichtigt nicht die Ergebnisse der Rentenkommission.
Die geplante Reform setzt die Vorschläge einer Expertenkommission um, um unser Rentensystem zukunftssicher und generationengerecht aufzustellen. Ein zentraler Meilenstein ist der kluge Einstieg in den Kapitalmarkt: Nach dem erfolgreichen schwedischen Vorbild investieren wir einen Teil der Beiträge renditestark in einen staatlichen Aktienfonds. Das entlastet die Beitragszahler spürbar, deckelt die Abgaben nach oben und sichert die Renten der Zukunft nachhaltig ab. Ein demografischer Faktor sorgt dabei für eine faire Balance zwischen Jung und Alt, indem er Rentensteigerungen künftig solide und stabil an die Lohnentwicklung koppelt.
Um der gestiegenen Lebenserwartung gerecht zu werden, passen wir die Regelaltersgrenze zwischen 2031 und 2041 schrittweise von 67 auf 67,5 Jahre an. Gleichzeitig entwickeln wir die bisherige Rente zu einem gerechteren und flexibleren System weiter: Für Menschen, die gesundheitlich stark belastet sind, schaffen wir verlässliche Härtefallregelungen. Wer hingegen freiwillig über das reguläre Renteneintrittsalter hinaus arbeiten möchte, wird mit der neuen Aktiv-Rente gezielt belohnt. Künftig sind steuerfreie Hinzuverdienste von bis zu 2.000 Euro pro Monat möglich.
Zudem stellen wir die Rentenkasse auf ein breiteres Fundament. Mit dem schrittweisen Aufbau einer Erwerbstätigenversicherung nehmen wir künftig auch neu Selbstständige und Abgeordnete mit in die gemeinsame Verantwortung. Für maximale Klarheit sorgt künftig eine transparente Nettoersatzquote, flankiert von einer gestärkten betrieblichen Vorsorge und einem innovativen, staatlich geförderten privaten Altersvorsorgedepot ab 2027. Es geht also keineswegs um Abschaffung, sondern um eine verlässliche Stärkung für alle Generationen.
Herzliche Grüße
Katrin Staffler

