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Kai Tegethoff
Volt
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Frage von Aaron K. •

Wie stehen Sie zum Vorschlag einer "Chatkontrolle" mit der Absicht, Kindesmissbrauch online zu verfolgen? Halten Sie die Folgen für die Privatsphäre und die Überwachung jeder Nachricht für hinnehmbar?

Hierbei beziehe ich mich auf den Vorschlag Dänemarks einer umfassenden Kontrolle mit dem Ziel, effizienter CSAM (Child Sexual Abuse Material) in privaten Chats zu identifizieren.

Dieser Vorschlag wird von vielen Seiten zurecht kritisiert, unter anderem in folgenden Bereichen:

Gefahr einer Massenüberwachung, Öffnen von Sicherheitslücken durch Umgehung von Verschlüsselungsprotokollen, Untergrabung der DSGVO, Risiko falscher Treffer, Abzug von Ressourcen zum tatsächlich effektiven Kinderschutz und die Schaffung eines globalen Präzedenzfalls hin zu Massenüberwachung.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://netzpolitik.org/2025/internes-protokoll-eu-juristen-kritisieren-daenischen-vorschlag-zur-chatkontrolle/#2025-07-15_St%C3%A4V_RAGS_CSA-VO

https://fightchatcontrol.eu

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Antwort von Volt

Vielen Dank für Ihre Nachricht und dafür, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Bedenken zu schildern. Wir haben viele Zuschriften von Bürgerinnen und Bürgern erhalten, die sich Sorgen über die jüngste Position des Rates zur CSAR-Verordnung machen – und das bedeutet uns wirklich viel. Ihre Unterstützung stärkt unsere Position und zeigt, wie vielen Menschen in Europa Privatsphäre, digitale Grundrechte und ein freies Internet am Herzen liegen.

Dank der vielen Menschen, die sich in den vergangenen Monaten zu Wort gemeldet haben – vielleicht auch Sie –, haben Deutschland und mehrere andere Mitgliedstaaten deutlich gemacht, dass sie ein System nicht unterstützen können, das auf der unterschiedslosen Durchsuchung privater Nachrichten von Menschen basiert, gegen die keinerlei Verdacht besteht. Infolgedessen wurde der umstrittenste Teil des Vorschlags – die verpflichtende automatisierte Durchsuchung privater Kommunikation – gestrichen, und das Dossier wurde vorübergehend von der Tagesordnung der Ministertagung im Oktober genommen.

Inzwischen hat sich der Rat jedoch auf eine überarbeitete Position verständigt. Sie enthält zwar keine Verpflichtung mehr zur Durchsuchung privater Nachrichten, verfolgt aber einen anderen Ansatz: Online-Plattformen sollen künftig bewerten, ob ihre Dienste Risiken für Minderjährige bergen, und sogenannte Risikominderungsmaßnahmen einführen – etwa Meldefunktionen oder datenschutzfreundliche Voreinstellungen.

Dieser Kompromiss gibt jedoch weiterhin Anlass zu erheblichen Bedenken. Einige Bestimmungen sind nach wie vor sehr vage formuliert und könnten es Unternehmen in der Praxis ermöglichen, die Durchsuchung von Nachrichten auf „freiwilliger“ Basis wieder einzuführen – auch bei Ende-zu-Ende-verschlüsselten Diensten. Deshalb bleibt der Widerstand aus der Zivilgesellschaft, von Fachleuten und von vielen Mitgliedern des Europäischen Parlaments – darunter wir Volt-Abgeordneten – ungebrochen. Sie können sich darauf verlassen, dass wir dieses Dossier weiterhin sehr genau begleiten werden.

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